Die Kolumne

Krawall und Remmidemmi

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen. Diesmal: Birgit Raddatz über verschwundene Polizisten, aufsteigende Fußballer und den jungen Burkhard.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist diese Woche passiert? Unsere Kolumnisten und Kolumnistinnen haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

Die Kolumne zum Nachhören:

Der kolumnistische Jahresrückblick von Birgit Raddatz
Der kolumnistische Jahresrückblick von Birgit Raddatz

Was war das wieder für ein Jahr! Im Januar hat es erst mal ordentlich gekracht in Leipzig. Den Jahrestag von Legida haben ein paar polizeibekannte Hooligans genutzt, um noch mal richtig die Sau raus zu lassen. Zur Verstärkung hat man sich auch gleich noch ein paar Fans vom FC Halle eingeladen. Sie zerschlugen Fensterscheiben und versetzen Ladenbesitzer in Angst. So geht sächsisch im Jahr 2016! Merkt euch das! Straßenterror, entfährt es Burkhard Jung. Fantastisch, wie vielseitig dieses Wort doch ist, einen Monat zuvor hat er es für die Ausschreitungen der Linken benutzt.

Wir brauchen eine lebendige Debatte damit. In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? 

Burkhard Jung, OBM

War das jetzt ne Fangfrage? Egal, mehr möchte er dann doch lieber nicht sagen, über rechte und linke Krawalle. Das kann er auch getrost anderen überlassen. Zum Beispiel der Leipziger Stadträtin und Abgeordnete im sächsischen Landtag, Juliane Nagel. Die soll bei einer Pressekonferenz zu Blockaden gegen Legida aufgerufen haben. Dafür bekam sie keine Blumen von Burki, sondern den Entzug ihrer Immunität vom Sächsischen Landtag. Verrückte Welt.

Kolumnistin Birgit Raddatz
Kolumnistin Birgit Raddatz

Dabei hatte der sächsische Landtag doch in diesem Jahr schon genug zu tun. Mit seinen Polizisten zum Beispiel. Die sind nämlich aus dem Leipziger Straßenbild verschwunden. Wie konnte das denn passieren, Herr Jung?

Durch die Sparmaßnahmen der Landesregierung kommt die Polizei nur noch, wenn sie gerufen wird.

Burkhard Jung, OBM

Aha, die Polizei kommt also nur, wenn sie gerufen wird. Das wäre ja mal was wirklich Neues! Hauptsache der Polizist hat dann nicht irgendwo seine Waffe in Grünau vergessen. Ja, Sicherheit war 2016 ein wichtiges Thema für die Leipziger. Auch beim Fußball zum Beispiel. Da gab‘s in diesem Jahr so eine richtige Aufsteigerserie. Jedes Wochenende ein Toppspiel. Jedes Wochenende eine Rauferei. Der BSG Chemie spielt endlich wieder in der Oberliga, der 1. FC Lokomotive sogar in der Regionalliga. Super. Ach ja, RB ist auch aufgestiegen, in welche Liga noch mal genau?

Wir freuen uns riesig, dass wir in der Bundesliga mitspielen dürfen.

Ralf Rangnick

Stimmt, der Brauseverein darf jetzt endlich bei den ganz Großen mitmachen. Herzlichen Glückwunsch! Gratulieren konnten die Leipziger auch ihrem Oberbürgermeister. Zehn Jahr hält sich Burki schon an der Macht, Ende offen. Da soll noch mal einer sagen, Geisteswissenschaftler könnten keine Politik. Einen Plan hat er schon immer gehabt, der Burkhard. Keinen so richtigen Plan hat die Firma Unister. Wie es da wohl im nächsten Jahr weiter geht? Wer bei dieser Geschichte in diesem Jahr den Faden verloren hat, dem sei verziehen. Die Soko Leipzig ermittelt bestimmt demnächst.

Schiefgelaufen ist auch so einiges bei der Wahl der neuen Leipziger Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Die Wahl wurde als ungültig erklärt, weil Jennicke mit abgestimmt hatte. Du meine Güte, hat das der Frau denn keiner gesagt? Wie? Die haben ihr erst gesagt, sie dürfe mit abstimmen und sich dann gewundert, dass sie es auch getan hat? Ohne Worte. Die passenden Worte findet zum Glück Jennickes Vorgänger.

Also im Prinzip fällt mir dazu nur ein Satz ein: Der Rat hat beschlossen und das Rad der Geschichte wird sich weiterdrehen.

Thomas Faber, Ex-Kulturbürgermeister

Und nächstes Jahr?

Feiern wir den Kirchenspalter Martin Luther, zwei Jahre Legida und Leipzigs allgemeine Fabelhaftigkeit.

 

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