Lärmbelästigung

Krach in der Stadt

Die Lärm in der Innenstadt durch Straßenmusiker oder Lieferverkehr stört immer mehr Bewohner. Eine Bürgerinitiative wendet sich nun an die Stadträte.
Das alte Rathaus in Leipzig
Das alte Rathaus in Leipzig

Lärm in der Innenstadt

Straßenmusik gehört für viele Leute zu dem Flair einer Stadt. Dies ändert sich jedoch, wenn man die Musik als Anwohner acht bis 10 Stunden am Stück hören muss. Dann werden die Lieder zunehmend als Lärm empfunden. Die Straßenmusik ist jedoch nur ein Problem der Innenstadtbewohner. Ein weiters bildet der Lieferverkehr. Es gibt zwar Einschränkungen bei den Lieferzeiten, an die wird sich jedoch kaum gehalten. Lastkraftwagen mit laufendem Motor und Kühlaggregaten tragen zur Bildung einer Geräuschkulisse bei. Hinzu kommt der Krach von Autos im Salzgässchen an Freitagabenden. Der Lärmpegel wird außerdem durch die alten Straßenbeläge in der vielbefahrenen Reichsstraße erhöht.

Anwohner protestieren

Die Bürgerinitiative „Leben in der Innenstadt“ hat sich deswegen zusammen mit der Kirchengemeinde St.Thomas an die Stadträte gewandt. Pfarrer i.R. Christian Wolff betont:

Wir sind keine Spaßbremsen. Doch viele Menschen (...) beklagen sich über die Situation.

Pfarrer Christian Wolff

Eine Nachtruhe zwischen 24 Uhr und 6 Uhr müsse gewährt werden. In einem Brief fordert die Initiative deshalb im Interesse der Innenstatdbewohner klare Regeln. Leipzig soll attraktiv bleiben, dazu gehöre auch Straßenmusik. Doch es wird eine Beschränkung von 10 Uhr bis 13 Uhr sowie 15 bis 20 Uhr für die Straßenmusiker gefordert. Zudem wünscht man sich eine Regelung für Bettler, die teilweise sehr aggressiv vorgehen und Kinder einsetzen, um mehr Mitleid zu erregen. Des Weiteren soll die Betreibung von Freisitzen an der Straße auf 24 Uhr, in Innenhöfen auf 22 Uhr beschränkt werden. Auch eine elektronische Beschallung dürfe nicht erlaubt sein. In der Stadtratssitzung kommende Woche könnten die Forderungen Gehör finden. Eine überarbeitete Version der Polizeiverordnung soll debattiert werden. Diese Version beinhaltet neue Auflagen für Bettler und Straßenmusiker. In der Mittagszeit und nach Geschäftsende soll nicht musiziert werden dürfen. Außerem sollen Musiker alle 30 Minuten den Standort wechseln.

Forderungen überflüssig?

 Einige Stadträte halten diese Regelungen für überflüssig und befürchten, dass die Attraktivität der Stadt dadurch geschmälert wird. So auch Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Leipzig.

Wir als Bündnis90/Die Grünen haben in der Tat die Befürchtung, dass mit dieser Überreglementierung sehr viel urbanes Flair verloren gehen wird.

Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Leipzig

In letzter Zeit sei es vor allem zu Lärmbelästigung gekommen, da das Ordnungsamt die Umsetzung bestehender Gesetze nicht ausreichend kontrolliert habe. Zuletzt wurde eine personelle Aufstockung bewilligt. Dies sei eine gute Lösung, so Krefft. Eine Verschärfung der Polizeiverordnung ist ihrer Meinung nach aber nicht notwendig. 

 

Hier gibt es den kompletten Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Marisa Becker zum Nachhören:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Marisa Becker zur Lärmbelästigung in der Leipziger Innenstadt
 

 

 

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