Leipzig liest 2016

Klischees, Vernunft und Flatulenzen

Katrin Bauerfeind hat ihr zweites Buch "Hinten sind Rezepte drin" geschrieben und im Rahmen von Leipzig liest vorgestellt. Neben Klischees und familiären Geschichten über Verdauung dreht sich die Lektüre insbesondere um Feminismus gespickt mit Humor.
Katrin Bauerfeind
Karin Bauerfeind auf der Bühne im Täubchenthal

Leipzig ist als Messestadt bekannt. Doch oftmals bekommen die Leute in der Stadt von dem Trubel draußen auf dem neuen Messegelände gar nichts mit – außer zur Buchmesse, da ist ganz Leipzig im Lesefieber. Ob auf dem Südfriedhof, dem Zoo oder dem Bundesverwaltungsgericht – unzählige Veranstaltungen finden an allen möglichen Orten statt. Leipzig liest nennt sich das Spektakel, das nun schon seit 25 Jahren stattfindet.

Promis von A bis C

Auch viele namenhafte Autoren wie Clemens Meyer oder Heinz Strunk stellen ihre Bücher nicht nur auf der Messe, sondern auch auf Lesungen am Abend vor. Ebenso trifft man mehr oder minder bekannte Prominente – wie Wolfgang Lippert oder Desiree Nick – an, die ihr Leben anhand ihrer Autobiografie vorstellen oder jene, die ihr vermeintliches Talent zum Schreiben entdeckt haben.

Die üblichen Verdächtigen

Der Auftakt zu Leipzig liest begann schon am Dienstag im Täubchenthal. Katrin Bauerfeind stellte vor ausverkaufter Kulisse ihr neues Buch „Hinten sind Rezepte drin“ vor. Schlagfertig und selbstbewusst steht sie auf der Bühne und philosophiert über Feminismus und die Vorstellung, ihre eigene Religion mit weiblichem Gott zu gründen. Nachdem sie das dazu passende Kapitel aus dem ihrem Buch gelesen hat, geht es weiter mit Klischees und Witzen über Mann und Frau und Unterschieden und Missverständnissen – die alte Leier also. Doch auch das Älterwerden in Verbindung mit der Vernunft thematisiert sie. Anhand einiger Vorkommnisse hat Katrin Bauerfeind feststellen müssen, dass auch sie mittlerweile davon betroffen ist.

Die Vernunft ist wie Helene Fischer – man weiß nicht, wo sie herkam und man weiß auch nicht, ob sie wieder verschwindet.

Anschließend plaudert sie ein wenig aus dem Nähkästchen der Familie Bauerfeind, in dem sie einige Familiengeschichten zum Besten gibt, in denen es sich um Flatulenzen und Fäkalien dreht.
Doch die Bauerfeind schlägt auch ein ernsteren Ton an – natürlich versehen mit einer Note Komik. Sie erzählt davon, dass sie als kleines Mädchen von Eltern und Großeltern immer besonders vor der gefährlichen Welt da draußen gewarnt wurde und ihr immer suggeriert wurde, potenzielles Opfer zu sein. Und heute begleitet sie diese oftmals unbegründete Angst noch immer. Bei Männern hat sie dieses Verhalten noch nicht beobachten können, die wurden ja auch immer als starke Jungs erzogen.

Lachen für den Feminismus?

Katrin Bauerfeind spricht davon, Feministin zu sein. Humoristischen Feminismus nennt sie das, was ihr neues Buch aussagen soll. Mit lustigen Klischees und flachen Witzen möchte sie sich für die Stellung der Frau in der Gesellschaft einsetzen. Doch kann tatsächlich etwas verändert werden, in dem einfach darüber gelacht wird?

 

 

Kommentieren

Katrin Bauerfeind, die 1982 in Aalen geboren wurde, ist begann ihre Karriere als Journalistin und Moderatorin. Seit 2010 ist sie auch als Schauspielerin tätig und 2014 erschien ihr erstes Buch "Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag: Geschichten vom schönen Scheitern".

Ihr neues Buch "Hinten sind Rezepte drin" erschien im Januar 2016 beim Fischer Verlag, hat 224 Seiten und kostet.