Stadtteilkultur

Kino wie in alten Zeiten

Nostalgischer Charme und Tradition: Die „Schauburg“ ist ein kleines Programmkino, das seine Besucher in eine Kinowelt wie vor Jahrzehnten zurückversetzt.
Das Gebäude

So unscheinbar der Leipziger Stadtteil Kleinzschocher auch sein mag, hat er doch einiges zu bieten. Ohne Zweifel gehört auch die „Schauburg“ zu den Hauptattraktionen und lockt mit ihrem nostalgischen Charme zahlreiche Gäste aus der ganzen Stadt zu einem Besuch an. 

Wer an der Haltestelle „Adler“ aus Bus oder Bahn steigt, hat nur noch wenige Schritte zu laufen. Unweit der belebten Kreuzung erhebt sich der 1928 errichtete Art-Déco-Bau, der heute unter Denkmalschutz steht. Damals als sogenanntes Lichtspieltheater eröffnet, erfreut sich das kleine Programmkino seither großer Beliebtheit.  

Wegweiser vor dem benachbarten Supermarkt

Die Digitalisierung verändert

Über die Jahre ist allerdings vieles anders geworden .1996 wurde etwa der Innenraum des Kinos völlig umgestaltet: Aus einem großen Saal wurden drei kleinere. Auch die Technik ist nicht mehr dieselbe. Während in Zeiten der 35mm-Filmrollen entsprechend sperrige Projektoren die Vorführung bestritten, machen sich heute die Spuren der Digitalisierung bemerkbar. Das hat Vor- und Nachteile, erzählt Susanne Schönberg, die Betreiberin des Kinos:

Wir haben den Beginn der Digitalisierung richtig gemerkt, als wir noch normal gespielt haben. Wenn es dann doch mal ’ne Schramme gab oder das Bild nicht so perfekt war, dann sind die Leute rausgekommen. Das Auge war durch dieses blöde digitale Bild schon so verwöhnt, dass die gar nicht mehr gewöhnt waren, was eigentlich mal Kino war.

Susanne Schönberg

Immerhin haben sich aber auch neue Möglichkeiten eröffnet. So kann die „Schauburg“ heute Filme im Original mit Untertiteln zeigen.

Zu 35mm- Zeiten ging es eben nicht, weil du immer eine zusätzliche Kopie brauchtest. Es wurde ja auch nicht viel im Original mit Untertiteln produziert  – die sind dann meistens eher in Berlin, Hamburg gelaufen.

Plakat

Zwischenzeitlich war das Kino geschlossen. Seit der Wiedereröffnung im Jahre 2008 wird es nun von Familie Schönberg betrieben. Manches ist natürlich auch geblieben und zeichnet die „Schauburg“ deshalb besonders aus. Wie schon in früheren Zeiten kommt beispielsweise jährlich der Weihnachtsmann an Heiligabend ins Kino. Er bringt Geschenke für die Kinder und es läuft ein Überraschungsfilm.

Das ganze Jahr über ist das Angebot, insbesondere am Wochenende, den Jüngsten gewidmet. Nach wie vor legen die Schönbergs Wert auf ein anspruchsvolles Programm. Inspirationen beziehen sie auf der alljährlichen Kleinkunstmesse im September. Filmpremieren, Diskussionen mit anderen Cineasten und Filmschaffenden finden dann in der "Schauburg" statt.

Offensichtlich gelingt es der Gastgeberin immer wieder, die Herausforderung der Programmauswahl zu meistern. Das Kino ist gut besucht, das Publikum scheint zufrieden. Kein Wunder, meint Susanne Schönberg:

Bei der Schauburg ist das Schöne, dass man noch das Gefühl hat: Das ist wie früher.

Redakteurinnen Lena Michaelis und Frauke Siebels haben sich in der Schauburg einmal umgeschaut:

Redakteurinen Lena Michaelis und Frauke Siebels besuchten die "Schauburg".
 

 

 

 

 

 

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Frauke Siebels, Lena Michaelis
04.08.2016 - 14:36
  Kultur

Dienstag ist Kinotag, Eintrittspreis: 4,- €

Website: www.schauburg-leipzig.de

Adresse: Antonienstraße 21, 04229 Leipzig

Tel: 0151 23 23 52 23

Tel: 0341 /42 44 641 (ab 19:30 Uhr)

Fax 0341 / 47 73 724