Statistik

Kindeswohlgefährdung in Sachsen

Die Jugendämter in Sachsen haben in 5.658 Fällen Verfahren zur Einschätzung des Kindeswohls eingeleitet. Das sind 17 Fälle mehr als im Vorjahr. Positiv jedoch ist, dass in über der Hälfte der Fälle keine Kindeswohlgefährdung vorlag.
Kindeswohlgefährdung in Sachsen
Die Kinderarmut in Leipzig ist überdurchschnittlich hoch

 

Ein Erklärstück zum Kinderwohl von Conny Poltersdorf
Conny

Was ist Kindeswohlgefährdung?

Die unbestimmten Rechtsbegriffe Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung sind gesetzlich nicht definiert und müssen in jedem Fall einzeln interpretiert werden. Dabei wird unterschieden zwischen Gefährdung und Beeinträchtigung des Kindeswohls.

Beeinträchtigungen des Kindeswohls können theoretisch bei jedem Kind einmal vorkommen. Ein Beispiel dafür  wäre ein Umzug in eine neue Stadt und die fehlenden sozialen Kontakte des Kindes zu Gleichaltrigen. Auch die Scheidung und der daraus hervorgehende Schmerz beeinträchtigt das Kindeswohl vorübergehend.

Die Auswirkungen die die Beeinträchtigungen haben können, hängen vom Alter des Kindes ab. Ein Säugling der kurzfristig keine Nahrung bekommt, ist beeinträchtigt. Sollte dieser negative Zustand jedoch länger andauern, spricht man von einer Kindeswohlgefährdung - denn der Säugling kann Seelischen und Körperlichen Schaden davon tragen. Hier werden dann Verfahren zur Einschätzung der Kindeswohlgefährdung eingeleitet.

Was sagt die Statistik zu Kindeswohlgefährdungen in Sachsen und der Stadt Leipzig?

Aus dem Bericht des Statistischen Landesamts Sachsen geht hervor, dass in mehr als 5600 Fällen Verfahren eingeleitet wurden.

Das sind für Sachsen 17 Fälle mehr als im Vorjahr.
Unter den betroffenen Kindern befanden sich mehr männliche als weibliche Minderjährige.

Verschiedene Fachkräfte sprechen zur Einschätzung mit den Kindern und ihrem sozialen Umfeld. So konnten mehr als die Hälfte der Verfahren eingestellt werden. In jedoch fast 1/5 der Fälle lag eine akute Kindeswohlgefährdung vor. Bei den restlichen Fällen, wird das Umfeld des Kindes weiter beobachtet.

Meistens liegt eine Vernachlässigung der Kinder durch die Eltern vor. Psychische und Körperliche sowie sexuelle Misshandlungen kamen in knapp 1/7 der Fälle zur Anzeige.

Für Leipzig kann man positiv erwähnen, dass die Zahl der Fälle zur Gefährdung des Kindeswohls leicht gesunken ist. Außerdem zählt Leipzig weniger Opfer als Dresden. Die über 1100 in Leipzig gemeldeten Fälle von Kindeswohlgefährdung, betreffen am meisten Kinder unter 3 Jahren.

 

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