Baustellendiebstähle

Keine komplette Absicherung möglich

An 85 Prozent der sächsischen Baustellen werden lange Finger gemacht. Dabei wird von den kleinsten Werkzeugen über Privatgegenstände bis zu den größten Baumaschinen regelrecht alles entwendet. Die Diebstähle laufen allerdings sehr unterschiedlich ab.
Baustellen sind ein beliebtes Ziel von Langfingern

Im vergangenen Jahr gab es rund 2200 Anzeigen wegen Baustellendiebstählen in Sachsen. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist das ein Rückgang von ungefähr 100 Diebstählen. Im Kontrast zu diesem Rückgang werden allerdings immer wertvollere Dinge gestohlen. 

Stadt-Land Unterschiede

Bei den Diebstählen spezialisieren sich die Täter nicht auf besondere Gegenstände. Was gestohlen wird, hängt in erster Linie davon ab, wer stiehlt. So gibt es die Leute, die im Vorbeigehen spontan mal etwas mitgehen lassen und organisierte Verbrechergruppen, die teilweise ganze Baustellen abmontieren. Laut Uwe Voigt, Pressesprecher der Leipziger Polizei, mache es auch einen erheblichen Unterschied, ob auf dem Land oder in der Stadt gestohlen wird. In ländlichen Gebieten seien die Täter meist allein oder zu zweit unterwegs, in der Stadt wahrscheinlich hauptsächlich in Banden. Auf dem Land können die Täter häufig von der Polizei gestellt werden, in der Stadt sei das so gut wie nie der Fall. Im Schnitt werden von zehn Fällen nur zwei aufgeklärt.

Maßnahmen der Bauunternehmen

Mittlerweile schützen sich die Unternehmen verstärkt mit großen Vorhängeschlössern an Werkzeugkisten oder mit Peilsendern an Maschinen und Fahrzeugen. Arbeiter werden dazu angehalten ihr Werkzeug mit nach Hause zu nehmen. Bei großen Baustellen mit Kränen kommt es auch schon einmal vor, dass unter anderem Betonmischer an diese gehängt werden. Doch selbst mit Hilfe dieser ganzen Vorsichtsmaßnahmen können nicht alle Diebstähle verhindert werden. Auch die Peilsender können nicht garantieren, dass man alles wieder zurück bekommt. Helmut Bramann vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erzählt, wo die Geräte teilweise geortet werden:

Das ist natürlich häufig Osteuropa. Dann gibt’s da unter Umständen ab und an Probleme. Man weiß, wo das Gerät steht, kann es aber nicht zurückholen.

Helmut Bramann, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

mephisto 97.6-Redakteur Max Koterba und Moderator Thilo Körting setzen sich im Studiogespräch über die Diebstähle auseinander: 

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Max Koterba.
 
 

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Hendrik Zimny
28.06.2017 - 17:46