Schulausfall

Keine Besserung in Sicht

Am Montag hat die Schule wieder angefangen – und Leipzig belegt Platz eins der Städte mit den meisten ausfallenden Unterrichtsstunden in Sachsen. Dass vorerst keine Besserung in Sicht ist, räumt auch das Kultusministerium ein.
Schule
Die politische Bildung an sächsischen Schulen soll reformiert werden.

Durchschnittlich fallen 3,8 Prozent aller Schulstunden in Leipzig aus, das belegen aktuelle Zahlen des Kultusministeriums. In den vergangenen Jahren schwankte die Zahl immer wieder aus verschiedenen Gründen, wie Grippewellen, Hochwasser oder Streiks, in diesem Jahr prophezeit Cornelia Falken von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aber besonders hohe Werte. Der Grund dafür: die Personalsituation. Es stünden keinerlei Reserven zur Verfügung. Ein weiterer Indikator dafür, dass sich die Situation eher verschlechtern als verbessern wird, ist, dass Sachsens Lehrer im Durchschnitt relativ alt sind. Das führt zu Langzeitausfällen. In Grundschulen kommt laut Kultusministerium ein weiterer KO-Faktor hinzu: Schwangerschaften. Schließlich sei ein Großteil des Lehrpersonals in Grundschulen sei weiblich. 

Ausfall nicht ohne Konsequenzen

Die Dunkelziffer an ausfallenden Schulstunden soll aber noch höher sein, glaubt man der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. Die Konsequenzen seien große Wissenslücken bei Schülern, sagt Cornelia Falken:

Wenn Schülerinnen und Schüler ein bestimmtes Fach über einen längeren Zeitraum nicht unterrichtet bekommen, dann ist es nicht möglich, den Lehrplanstoff in einem Schuljahr aufzuholen, geschweige denn im nächsten Schuljahr.

Cornelia Falken, Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft

Die Tatsache, dass Leipzig im Moment boomt, spielt dem Problem noch weiter in die Hände: Mehr Menschen, mehr Schüler. Der Klassenschnitt liegt momentan bei 28 Kindern. Die Lösung liegt egentlich auf der Hand: es müssen mehr Lehrer her. Das wünsche sich auch das Kultusministerium, erklärt Sprecher Dirk Reelfs. Allerdings sei der Lehrerarbeitsmarkt restlos leer gefegt. Auch die Erhöhung der Studienplatzkapazität 2012 und in diesem Jahr seien keine Entlastung, schließlich dauere die Ausbildung im Schnitt sieben Jahre – das heißt, der nächste größere Schub an Lehrkräften wird frühstens 2019 auf den Arbeitsmarkt eintreten. Hinzu käme, dass viele Lehrer, die in Sachsen ausgebildet wurden, nach ihrem Studium in anderen Bundesländern unterrichten. 

mephisto 97.6 Redakteur Marc Zimmer im Gespräch mit Moderatorin Carina Fron zum Schulstundenausfall in Sachsen: 

mephisto 97.6 Redakteur Marc Zimmer im Gespräch zum Schulstundenausfall in Leipzig.
 

 

 

Kommentare

Schüler hassen Schule sowieso meistens. Wenn jetzt auch noch Lehrer fehlen, wäre das doch eine wunderbare Gelegenheit, die Schulpflicht zu lockern. Schüler, die keinen Spaß in der Schule haben, lernen sowieso nichts. Wissen Sie noch die Lösungsformel für quadratische Gleichungen?

Kommentieren