Mietpreisbremse

Alles hat seinen Preis

Die Große Koalition plant die Einführung einer Mietpreisbremse für Wiedervermietung, um Mieter zu stärken. Die Leipziger Immobilienwirtschaft hält das Vorhaben für kontraproduktiv und hat ein Positionspapier veröffentlicht.
Wird eine Mietpreisbremse die Gentrifizierung stoppen?

Die Mieten steigen – Gentrifizierung ist in Großstädten wie München und Hamburg allgegenwärtig. Doch auch in Leipzig bemerkt man einen Anstieg der Mietpreise. Steigende Geburtenzahlen und Zuzüge erhöhen die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt.

Die derzeitige Regierung möchte der deutschlandweiten Gentrifizierung entgegenwirken: Deswegen will die Große Koalition einen Mietpreisbremse einführen, welche vorsieht, dass der Mietpreis bei Wiedervermietung nicht mehr als zehn Prozent  über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt.

"Keine Notwendigkeit in Leipzig!"

Für die Mieter hört sich die Einführung dieser Kappungsgrenze gut an, doch jetzt hat die Leipziger Immobilienwirtschaft ein Positionspapier veröffentlicht, das behauptet, dass die Mietpreisbremse genau das Gegenteil – eine Beschleunigung der Preissteigerungen – bewirken wird. Außerdem sehen sie für Leipzig keine Notwendigkeit einer solchen Kappung, denn laut Ronald Linke, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Haus und Grund Leipzig e.V., gäbe es in Leipzig keine besonders starken Steigerungen der Mietpreise und keine nennenswerte Anzahl von Altmietern, die aus ihrer Wohnung verdrängt werden.

Petra Becker, Geschäftsführerin des Mietervereins Dresden und Umgebung e.V., kritisiert das Schreiben, da einige Behauptungen nicht eindeutig wären. Sie befürwortet die Mietpreisbremse, denn es gäbe keinen Grund bei Wiedervermietungen 30 oder mehr Prozent Miete zu verlangen.

Ein Widerspruch

In der Kritik gegenüber der Stadt sind sich Linke und Becker jedoch einig, denn diese verkauft Gebäude zu Höchstpreisen, erhöht die Grundsteuer – und erwartet dann moderne Wohnungen zu moderaten Mieten. Die Leipziger Immobilienwirtschaft schlägt als Alternative zur Mietpreisbremse ein 7-Punkte-Programm vor, das unter anderem vorsieht, Gebäude nicht zum Höchstpreis zu verkaufen, sondern nach vorgesehenem Konzept.

Macht die Mietpreisbremse in Leipzig Sinn? Ein Beitrag von Rebecca Nordin Mencke.

 

 

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Peggy Strauchmann
10.02.2014 - 19:24