Konzertbericht

Kein Einheitsbrei!

Am Wochenende machten Deez Nuts im Rahmen ihrer Tour auch in Leipzig halt. Dabei waren sie jedoch nicht allein. Zusammen mit Nasty, Expire und Louie Knuxx brachten sie Stimmung in den Felsenkeller.
Nasty spielten als Vorband von Deez Nuts im Felsenkeller
Nasty spielten als Vorband von Deez Nuts im Felsenkeller

Erwartungen

Ich hatte an den bevorstehenden Abend keine besonderen Erwartungen. Ich hoffte einfach nur auf gute Musik. Es waren vier Acts angekündigt, wobei Deez Nuts Mainact waren. Unter anderem sollten Nasty als Vorband spielen. Deren Musik höre ich schon seit einigen Jahren gerne, hatte sie bisher aber noch nie live gesehen. Deswegen war ich auch hauptsächlich auf Nasty gespannt. Deez Nuts kannte ich bereits von zwei Auftritten, daher rechnete ich nun mit einem ähnlichen. Expire hatte ich zuvor nur vom Namen her schon häufiger gehört und Louie Knuxx las ich auf den Flyern zur Veranstaltung das erste Mal. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn man schon alles kennen würde.

 

Mein Erster Eindruck

Im Felsenkeller war ich bisher noch bei keinem Konzert gewesen, daher war ich gespannt auf die Lokation. Vor dem Eingang tummelten sich schon einige Menschen, was den Anschein machte, als würde es drinnen bereits extrem voll sein. Das war jedoch nicht der Fall, ganz im Gegenteil sogar: Am Rand standen einige Leute, in der Mitte des Raumes war es jedoch menschenleer. Zu Beginn des ersten Acts änderte sich das dann langsam.

Aus den Lautsprechern dröhnte HipHop, was, wie sich später herausstellte, gut auf den ersten Musiker vorbereitete.
19.00 Uhr sollte es dann losgehen. Nun ja, wie gesagt - sollte. Eine halbe Stunde später war es dann schließlich soweit.

 

Musik

Abwechslungsreich trifft es wohl am besten. Louie Knuxx machte den Anfang. Zugegeben, hätte ich mich vorher informiert, um wen es sich bei diesem Musiker handelt, wäre ich wahrscheinlich auch nicht so erstaunt gewesen.  Mit australischem HipHop hatte ich nämlich nicht gerechnet. Zusammen mit dem Frontmann von Deez Nuts JJ Peters performte er einige Songs. Beim Publikum schien das nur teilweise gut anzukommen. Der Platz vor der Bühne war noch sehr leer. Themenmäßig konnte ich mit den Songs leider nicht sehr viel anfangen. Grund dafür war wohl, dass mich Texte über Titten und Beziehungen nicht sehr bewegen.
Expire betraten anschließend die Bühne, zur Freude der Hardcore-Fans. In der Szene zählen sie zu den Oldschool-Bands. In Deutschland waren sie bisher jedoch noch nicht häufig zu sehen.

Weiter ging es dann mit Nasty. Um den Auftritt kurz zu beschreiben: ich denke laut und brachial bringt es ziemlich gut auf den Punkt. Dabei geht es der Band aber nicht nur darum, stumpfsinnige Aggressionen loszuwerden. Man merkt schnell, dass die Jungs viel zu sagen haben. In den Ansagen zwischen den Songs ging es unter anderem darum sich nicht die Meinung anderer in den Kopf setzen zu lassen und sich nicht über andere zu stellen. Und das schätze ich. Vor allem, da ich finde, dass es in dieser Szene mittlerweile viele Bands gibt, die  einfach nur ein wenig Hau-Drauf-Musik machen wollen.

Zum Schluss waren dann Deez Nuts an der Reihe. Spätesten jetzt war der Platz vor der Bühne gut gefüllt und bereit alles zu geben. Die Playlist war gut ausgeglichen, da sie neben den neueren Songs auch viele alte spielten. Die HipHop Einflüsse waren deutlich rauszuhören, was mir persönlich sehr gut gefiel. 

Apropos HipHop: An dieser Stelle sei vielleicht noch zu sagen, dass die Auswahl der Pausenmusik in meinen Augen nicht unbedingt die beste war. Gegen HipHop ist an sich nichts einzuwenden. Wenn man jedoch um die Vielfalt der Acts bemüht ist, könnte man diese vielleicht auch noch in der Pausenmusik mit einbringen.
 

Show

Die Stimmung in der Halle war insgesamt sehr gut. Die Zahl der Menschen stieg vor allem gegen Mitte der Veranstaltung.
Ich muss gestehen, dass ich an sich kein großer Fan vom Beatdown-Publikum bin, vor allem weil ich mich auch an Musik erfreuen kann, ohne jemandem dabei 'auf die Fresse zu hauen'. Doch das ist natürlich Ansichtssache. Die erste blutige Nase gab es bereits nach den ersten zwei härteren Songs.
Ich habe mich im Publikum trotzdem wohl gefühlt und konnte die Show genießen. Große Show-Acts gab es nicht und würde auch niemand bei einem Hardcore-Konzert erwarten. Ansonsten war eigentlich alles was dazu gehört dabei: Crowdsufer, nassgeschwitze Shirts und mindestens ein Typ, der nach der Show nach Hause gehumpelt ist.

 

Was in Erinnerungen bleibt

Das Mädchen vor mir, was so heftig zur Musik abging, dass ich befürchtete sie würde gleich von der Vorrichtung fallen, auf der sie stand. Und vor allem aber sehr sehr viel Musik.

Ich war zwar vorerst wegen Nasty dort gewesen, aber konnte mich auch für die übrigen Bands begeistern. Es war ein gelungenes Konzert, was unter anderem auch an der musikalischen Abwechslung lag. Wie Matthi, der Sänger von Nasty sagte, ist es nicht so wichtig, ob alle Acts wirklich zusammen passen. Ich denke damit hatte er recht. Vier Bands, die exakt dasselbe machen, wäre mir auf Dauer wirklich etwas zu langweilig gewesen.

 

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Celia Woitas
22.12.2015 - 22:52
  Kultur