Rechtsextremismus in Ostdeutschland

Kaum noch Glatze und Springerstiefel

Er wohnt in einer Plattenbausiedlung, irgendwo am Rand einer ostdeutschen Stadt; er ist jung, hat eine Glatze, trägt Bomberjacke und Springerstiefel; außerdem ist er gewaltbereit: der typische Rechtsradikale. Stimmt doch, oder?
Rechtsextremismus
Im Hörsaal der HTWK beim Vortrag von David Begrich

Den typischen Rechtsradikalen gibt es nicht. Die Klischees vom typischen Neonazi sind veraltet. Stattdessen ist rechtsradikales Denken weit verbreitet. Es zieht sich durch weite Teile der Gesellschaft. Das sagt David Begrich, er forscht für die "Arbeitsstelle Rechtsextremismus Magdeburg". Am Donnerstag war David Begrich in Leipzig, in der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Dort hat er einen Vortrag gehalten, zum Thema Rechtsextremismus in Ostdeutschland.

Laut David Begrich haben wir oft Stereotype von Rechtsextremen im Kopf. Zum Beispiel, dass es sie nur in Ostdeutschland gäbe, dass sie männlich wären, jung und mit niedrigen Bildungsstatus, dass sie gewaltbereit sind und sich als Nachfolger der Nazis des Dritten Reiches sähen. Das trifft allerdings nur selten zu, sagt David Begrich. Stattdessen habe der Rechtsextremismus sein Gesicht verändert: So sei auch rechtsextrem, von Migranten maximale Anpassung zu verlangen und gleichzeitig deren Kultur abzulehnen.

Diesen Kulturrassismus könne man auch in den Forderungen der PEGIDA finden. Medien und Politik würden ihn aber häufig nicht benennen. Stattdessen bezeichneten sie die Forderungen der PEGIDA als "völkisch". Das ist weder richtig, noch würde man damit das Problem beim Namen nennen, nämlich, dass es sich dabei um rassistische Ressentiments handele. David Begrich forderte darum von Politik und Medien einen offensiveren Umgang mit PEGIDA.

 

mephisto 97.6-Redakteurin Felicitas Förster über den Rechtsextremismus.
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