Aktivismus der BIPoC Hochschulgruppe

Kampf gegen Rassimus

Bilder, die die Welt erschüttern: Nach dem Mord an George Floyd wurde eine gewaltige Protestwelle ausgelöst. Zuerst demonstrierten Menschen in den USA, dann in der ganzen Welt gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Weltweit fanden mehrere Demonstrationen statt.
Im Interview mit BLM-Aktivistin Vanessa Fuguero
BLM-Aktivistin Podcast

Bilder, die die Welt erschüttern

Am 25. Mai 2020 wird der 46 jährige afroamerikanische George Floyd von einem Polizisten in Minneapolis ermordet. Er habe angeblich mit einen gefälschten 20 Dollarschein bezahlen wollen – es stellte sich später heraus, das dieser echt war. Laut dem Polizeibericht sei es zu einem Handgemenge gekommen, daraufhin „sicherte“ der Polizist Floyd auf dem Boden, ein Knie auf seinem Hals, ganze acht Minuten lang. Floyds wiederholtes „I can't breathe” („Ich kann nicht atmen“) wird von dem auf ihn knienden Polizisten und auch den umherstehenden Polizisten ignoriert. Floyd wurde schließlich bewusstlos und ist dann gestorben.

Das Video, welches diese grausame Tat belegt, ging um die Welt und löste eine gewaltige Protestwelle aus. Zuerst gingen die Menschen in Minneapolis, dann in den USA und schließlich auf der ganzen Welt auf die Straßen. Sie demonstrieren gegen den weltweiten Rassismus und die insbesondere gegen BIPoC (Black/Indegenious People of Colour) gerichtete Polizeigewalt. Solche Taten sind keine Einzelfälle – Polizeigewalt und systematischer Rassismus sind ein weltweites Phänomen. Meistens werden die gewalttätigen Polizist*innen nicht zur Rechenschaft gezogen, da es an Beweisen fehlt und es keine Instanz gibt, die die Arbeit der Polizei überwacht und kontrolliert.

Die BIPoC Hochschulgruppe Leipzig

Auch in Leipzig wurde demonstriert: Am 07. Juni 2020 gingen mehr als 15.000 Leipziger*innen auf die Straße.
Personen aus der Migrantifa, der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland und der BIPoC Hochschulgruppe haben diese Demonstration organisiert. BIPoC ist eine Abkürzung und steht für Black/Indigeneous People of Colour – also ein Begriff, für alle Menschen, die Rassismuserfahrungen machen.

In einem Interview berichtet Vanessa Fuguero, eine Aktivistin der BIPoC Hochschulgruppe, wie positiv überrascht sie über die zahlreichen Teilnehmenden war. Sie hat die Demo als sehr bestärkend empfunden. Die BIPoC Hochschulgruppe hat sich nach dem Erscheinen des erschütternden Videos von Georg Floyds Tod mit dem Ziel gegründet,  Rassismus als weltweites strukturelles System sichtbar zu machen.

Der Rassismus ist in allen Strukturen in Deutschland auch tief verwachsen und es geht darum, dass man sichtbar macht, dass es ein weltweites Problem ist.

Vanessa Fuguero

Um dies umzusetzen, bietet die Hochschulgruppe Workshops für Schwarze, BPIoC und weiße Personen an. Auch wollen sie neu Zugezogene erreichen und ihnen helfen, indem sie sie mit der Leipziger BPIoC Community vernetzten.
Vanessa berichtet, dass bereits der Studienanfang für viele Schwarze und PoC sehr schwer sein kann – da ist Unterstützung sehr wichtig. Der „normale“ Lebensweg vom Kindergarten über die Schule bis hin zur Universität oder Ausbildung enthält für BPoCs einige Hürden – von Mobbing bis hin zu rassistischen Lehrenden.
Vanessa plädiert für Diversity Trainings für alle Arbeitnehmer*innen. Da habe es in manchen Firmen schon gute Erfolge gegeben, berichtet sie. Dieses sollte auch unbedingt verpflichtet sein, denn

antirassistisch zu sein sollte keine Option sein.

Vanessa Fuguero

Was können wir tun?

Wenn man sich als nicht-Schwarze beziehungsweise weiße Person mit dem Black Lives Matter Movement und seinen Schwarzen und PoC Mitmenschen solidarisieren möchte, sollte man bei sich selbst anfangen, rät Vanessa. Man sollte sich die Fragen stellen: Was bedeutet es überhaupt antirassistisch zu sein? Möchte ich ein System, welches Menschen unterdrückt und tötet, unterstützen?  
Oder möchte ich einfach vor meinen Mitmenschen gut dastehen?

Sobald man sich mit sich selbst auseinander gesetzt hat, kann man mit seiner Familie und seinem engen Freundeskreis in einen Dialog über Rassismus treten. Vanessa empfiehlt das (Hör)Buch Exit Racism von Tupoka Ogette – es biete gute Anregungen für einen rassismuskritischen Dialog. Eine wichtige Aussage von Ogette ist, dass rassistische Äußerungen oder Handlungen einen nicht gleich zu einem schlechten Menschen machen, aber eben erkannt und reflektiert werden müssen. Denn Rassismus ist nicht immer gleichbedeutend mit NPD oder Nazionalsozialismus, sondern er steckt tief in den Strukturen und Gedanken unserer Gesellschaft.

Es gibt noch Einiges zu tun. Also packen wir es an.

 

 

 

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