CD der Woche

Ja Ja Ja

Zwei Jahre haben Fans auf das neue Album von Beirut gewartet - jetzt ist "No No No" erschienen. Was hat sich verändert? Und was hat den Musiker zu diesen Veränderungen inspiriert? Und vor allem, welche Städte erwähnt er denn diesmal?
Der Sänger von Beirut Zach Condon hat seine Schreibblockade zum Glück überwunden.
Der Sänger von Beirut Zach Condon hat seine Schreibblockade zum Glück überwunden.

Zach Condon hat 2006 das Projekt "Beirut" gegründet. Seitdem hat er vier Alben veröffentlicht. Musikalisch ging das bei ihm immer in eine melancholische Pop Richtung, allerdings mit unterschiedlichen Blasinstrumenten oder Elektro-Einspielern, die der Musik einen einzigartigen Klang geben. Diese Mischung von Fröhlichkeit und Melancholie. Das war bisher immer Beirut. Das, und eben die vielen Städte und Länder Namen, die sich über die Alben verteilen. "Santa Fe" oder "Postcards From Italy" beispielsweise - oder eben "Perth", auf dem neuen Album.

Schreibblockade und gesundheitliche Probleme

Das neue Album „No No No“ hat einige typische Beirut Elemente, wie seine sehr spezielle Art seine Stimme zu inszenieren. Oder Beirut-typische Einspieler, die man in manchen Songs wiederfindet, in "Gibraltar" zum Beispiel. Aber insgesamt ist das Album sehr viel fröhlicher und poppiger als seine früheren Werke. Das wird sehr deutlich, wenn man zum Beispiel Port of Call von seinem 2011 erschienen Album „The Rip Tide“ mit der ersten Single „No No No“ des neuen Albums vergleicht. Wobei es auch einige Songs auf dem Album gibt, die etwas ruhiger sind als die Single. Bei der Entstehungsgeschichte des Albums auch nicht verwunderlich.

No No No von Beirut auf tape.tv.

 

Zach Condon hatte lange eine Schreibblockade und war psychisch angeschlagen. Er musste sogar seine Tour 2013 deswegen absagen. Sowas prägt natürlich auch die Musik. Es hat aber vor allem auch dazu geführt, dass er die Produktion verändert hat. Die letzten Alben hat er alleine und am Computer komponiert. Diesmal sind alle Songs direkt zusammen mit seiner Band entstanden. Dadurch hat sich der Klang der Songs definitiv verändert. Die Band steht im Vordergrund und es gibt sehr viel weniger eingespielte Melodien. Viele Fans macht das wahrscheinlich zunächst stutzig.

 

Zu sehr Pop-Musik?

Die Entwicklung von Beirut ist eigentlich sehr interessant. Vor allem ist es schön, dass er aus einer sehr negativen schwierigen Zeit so positive Songs hervorgebracht hat. Natürlich muss man sich ein bisschen umgewöhnen musikalisch, aber das passiert mit der Zeit sowieso. Es wäre ja auch irgendwie schlimm, wenn die Musik immer noch genauso klingen würde wie schon vor Jahren. „No No No“ bildet jetzt eben den Ausgleich zu der Melancholie seiner vorherigen Werke.

 

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Gesa Koy
14.09.2015 - 16:34
  Kultur

Beirut: No No No

Tracklist:
  1. Gibraltar*
  2. No no no*
  3. At once
  4. August Holland
  5. As needed
  6. Perth*
  7. Pacheco
  8. Fener
  9. So allowed

*Anspieltipps