25 Jahre friedliche Revolution

Immer noch unterschiedlich

Die Begriffe Ossi und Wessi wirken 25 Jahre nach der friedlichen Revolution schon sehr antiquiert. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer sieht jedoch immer noch große Schwierigkeiten im Ost-West Verhältnis.
Schwerter zu Pflugscharen – ein rhetorisches Denkmal für die Friedliche Revolution.

Vor allem die diesjährigen Feierlichkeiten und die aktuelle Debatte zum Thema Unrechtsstaat zeigten laut dem ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer deutlich, wie unterschiedlich Menschen in Ost und West noch ticken. Viel zu häufig würden Debatten aus dem Westen geführt und die Erfahrungen der ehemaligen DDR-Bürger nicht berücksichtigt. Im Falle der Unrechtsstaats-Debatte hätte das vor allem einen Grund:

Der Westen leidet am Verlust eines Feindbildes [...] und damit will man jetzt alles desavouieren und delegitimieren, was reales, gesellschaftliches Leben in der DDR war.

Friedrich Schorlemmer

Unterschiede werden weitergegeben

Auch die Nachwendegeneration bleibt nicht unberührt von unterschiedlichen Entwicklungen. Gerade das Gefühl der Abwertung im Osten wird durchaus indirekt weitergegeben. Laut Schorlemmer sähen viele sich zwar nicht mehr nur als Ost- oder Westdeutsche, dennoch färbe die DDR-Sozialisation ihrer Eltern ab:

Die Eltern derer, die aus dem Osten kommen, sind noch geprägt von der DDR. Manche Prägungen sind ganz direkt, aber es gibt auch untergründige Prägungen, die dann übernommen werden.

Friedrich Schorlemmer

Es dauert also länger als 25 Jahre, um unterschiedliche Entwicklungen und Prägungen in Ost und West wieder zusammenzuführen.

Andreas Funke über die Ansichten von Friedrich Schorlemmer
 
 

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