Arbeitsmarkt

Immer mehr Leipziger haben Zweitjobs

Seit 2007 ist die Zahl der Leipziger, die einem 450-Euro-Zweitjob nachgehen, um 59 Prozent gestiegen. Das ist deutlich mehr als der sächsische Durchschnitt. Besonders Beschäftigte aus Branchen, in denen die Löhne sowieso niedrig sind, sind betroffen.
Laut Zahlen der sächsischen Arbeitsagentur, sind Geflüchtete keine Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.
Dem Fachkräftemangel will die Agentur für Arbeit auch durch die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt entgegenwirken

In Leipzig gehen immer mehr Menschen einem 450-Euro-Job neben ihrer Haupttätigkeit nach. Wie die sächsische Arbeitsagentur auf Anfrage von mephisto 97.6 mitteilte, stiegt die Zahl seit 2007 von 1890 Beschäftigten mit geringfügig vergütetem Zweitjob auf 3006 im Jahr 2015. Das ist ein Anstieg um 59 Prozent. Damit liegt Leipzig deutlich über dem Landesdurchschnitt. Seit 2007 stieg die Zahl derer mit Minijob zusätzlich zum Hauptberuf in Sachsen um 44 Prozent von rund 38.000 auf etwa 55.000.

 

Beschäftigte aus dem Niedriglohnsektor betroffen

Branchen wie der Einzelhandel, Wach- und Sicherheitsdienste, das Gastgewerbe und Kommunikation zahlen häufig nicht mehr als den Mindestlohn. Deswegen sind viele Beschäftigte aus diesen Bereichen auf einen Minijob neben ihrer Haupttätigkeit angewiesen. Auch Freiberufler brauchen oft eine zweite Einkommensquelle. Hinzu kommt, dass wieder mehr Menschen in Teilzeit arbeiten – so viele wie aktuell waren es seit 13 Jahren nicht mehr.

 

Viele Menschen greifen auf den Minijob als Zweittätigkeit zurück, weil sie hier keine Abgaben zahlen müssen, wenn sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Sie sind dazu gezwungen, weil ihnen das Geld aus dem Hauptjob nicht zum Überleben reicht. Das hängt auch damit zusammen, dass die Beschäftigten häufig in ihrem Hauptberuf in Teilzeit arbeiten müssen, obwohl sie lieber einer Vollzeittätigkeit nachgehen würden.   

 

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