Superheldinnen

I need a HERo

Batman, Superman, Spiderman. Jeder kennt diese Namen, egal ob Comicfan oder nicht, denn im Kino läuft gefühlt immer ein Superheldenfilm. Aber wo bleiben die Heldinnen?
Wo sind die Superheldinnen?
Wo sind die Heldinnen?

Superhelden im Überfluss

Tragische Hintergrundgeschichten, krasse Action und muskulöse Männer - so kennen und lieben wir Superhelden. Trotz des Überflusses dieser Filme beschränkten sich die Frauenrollen bisher auf  Nebencharaktere, Jungfrau in Nöten oder Männerfantasien.
Doch dann erschien 2017 Wonder Woman, der erste große Blockbuster mit einer Superheldin in der Hauptrolle. Dabei begann das goldene Kinozeitalter der Superheldenfilme bereits 2008 mit Marvels "Iron Man". Die Filmstudios Marvel und DC, die seitdem Jahr für Jahr die Kinowelt dominieren, veröffentlichten bis März 2020 allein 33 Filme. In gerade mal drei davon gab es eine weibliche Protagonistin: Wonder Woman, Captain Marvel und Dark Phoenix. Das sind nicht mal 10%.

„Das Genre war schon immer von Männern dominiert.“

Wonder Woman

Warum gibt es nur so wenige Superheldinnenfilme?
Warum hat es so lange gedauert, bis ihnen eine Chance gegeben wurde?
Um diese Fragen zu klären haben wir Dr. Sebastian Stoppe, einen Filmexperten der Uni Leipzig, befragt.
Laut ihm haben sich Marvel und DC schon lange schwer getan, Heldinnen als Protagonistinnen ihrer Filme einzusetzen. Und das obwohl Superheldinnen in den Comicvorlagen dieser Filme schon lange ihre eigenen Comicreihen haben. Die Wonder Woman Comics beispielsweise erschienen bereits in den 40er Jahren und erfreuen sich seitdem großer Beliebtheit.

Wir dürfen nicht vergessen, der Großteil des Publikums ist immer noch männlich bei den Superheldenfilmen. Ich glaube, dass man deshalb erstmal schauen wollte: Wie kommen die Filme überhaupt an?“ 
 

Dr. Sebastian Stoppe

Mehr vom Interview mit Dr. Sebastian Stoppe gibt es hier:

Experteninterview Sebastian Stoppe
Experteninterview Sebastian Stoppe   

Nesthäkchen „Birds of Prey“

Sowohl Einspielergebnisse als auch Kritiken von Captain Marvel und Wonder Woman zeigen: die Filme kommen gut an und legten damit einen wichtigen Grundstein für die Zukunft der Superheldinnen im Kino.
Der neueste Film mit weiblichen Heldinnen ist Birds of Prey, der seit Anfang Februar in den deutschen Kinos läuft. Angeführt von Harley Quinn, die erstmalig 2016 in Suicide Squad zu sehen war, kämpfen darin vier Frauen gegen den Mafia-Boss Black Mask.

 

Das Besondere an Birds of Prey ist, dass der Film von der Hauptdarstellerin, Margot Robbie, mitproduziert wurde. Außerdem führte eine weibliche Filmemacherin, Cathy Yan, Regie.
Das fiel auch den Personen aus dem Publikum auf, die nach einer Vorstellung des Films befragt wurden. Eine Kinobesucherin sagte, es habe ihr gefallen, dass man den Unterschied zwischen der Perspektive männlicher Regisseure und dem Blickwinkel der Frauen gesehen habe, besonders in der Darstellung von Harley Quinn.

Sämtliche Superheldenfilme sind ja total überlaufen von starken, männlichen Charakteren und das muss einfach nicht sein. Das funktioniert genauso gut.

Kinobesucher

Befragung Publikum Birds of Prey
Superheldinnen Befragung Kino   

Regisseurinnen bringen frischen Wind in die Branche

Die weibliche Perspektive, die durch den Einsatz von Regisseurinnen entsteht, scheint ein Erfolgsrezept zu sein, welches auch in den kommenden Filmen Black Widow und Wonder Woman 2 wieder umgesetzt wird.
Auch hinter den Kulissen spielen die Frauen eine größere Rolle; so werden die Hauptdarstellerinnen beispielsweise immer häufiger als Produzentinnen tätig. Dadurch haben sie auch mehr Kontrolle darüber, wie ihr Charakter im Film dargestellt wird.

 

Hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen   

Die Zukunft der Heldinnen

Anfang Juni erscheint der zweite Teil von Wonder Woman in den deutschen Kinos. Kurz zuvor bringt Marvel den Film "Black Widow" raus, dessen Protagonistin bisher nur an der Seite männlicher Superhelden wie Iron Man kämpfte. Jetzt bekommt sie ihren ersten Solo-Film - auch hier ist die Hauptdartellerin Produzentin und die Regie unter weiblicher Führung.

Es sieht also danach aus, als wären unsere Heldinnen in guten Händen und wir können und darauf freuen, ihnen in Zukunft öfter im Kino zu begegnen.

 

 

 

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Hanna Rieger, Ronja Hörnle
05.03.2020 - 15:26