Klimawandel

Hitzewellen und kein Ende?

Leipzig ächzte am Wochenende wieder einmal unter hohen Temperaturen. Das veränderte Klima beeinflusst schon jetzt den Alltag der Stadtbewohner. Gestern hat das Amt für Umweltschutz sein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel vorgestellt.
Das klassische Gärtnern könnte bald auf den Dächern Leipzigs stattfinden

Klimawandel, das ist aus Sicht der Stadt Leipzig kein Phänomen, über dessen Existenz noch debattiert werden müsste. Bereits 2014 verabschiedete die Stadt ein Energie- und Klimaschutzprogramm, das sich Energieeinsparung, effiziente Energienutzung und die Förderung regenerativer Energien zum Ziel setzt. Ebenso wichtig sind aus kommunaler Sicht klimapolitische Maßnahmen, die die Folgen des Klimawandels für Mensch, Natur und Wirtschaft abfedern sollen.

Das Leipziger Amt für Umweltschutz spricht in diesem Zusammenhang von sogenannten „Anpassungsstrategien“ und hat gestern sein Konzept vorgestellt.

Wissenschaftliche Studien liefern die Datengrundlage

Grundlage der vorgestellten Strategien sind wissenschaftliche Studien, wie die des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dieser nahm im Auftrag der Stadt vom Sommer 2014 an über 12 Monate hinweg meteorologische Messungen in Leipzig vor. In ihrem Abschlussbericht kommen die Wissenschaftler zum Schluss, „dass sich im Mittel die Klimaerwärmung in der Region Leipzig manifestiert“. Das bedeutet, Leipzig wird wärmer und trockener. Gleichzeitig, so die Wissenschaftler, sei mit der Zunahme extremer Wetterereignisse wie Starkniederschlägen zu rechnen.

Christine Kawe vom Amt für Umweltschutz erklärt, dass Leipzig durch die dichte Bebauung, versiegelte Flächen aus Beton oder Asphalt, sowie durch den hohen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß vom Klimawandel deutlich stärker betroffen sei als etwa das Umland. Die Stadt wirkt wie ein Wärmespeicher. Am Tag heizt sie sich stark auf. In der Nacht kühlt sie schlecht ab.

Anpassung an den Klimawandel

Die Frage, die sich aus kommunaler Sicht stellt, lautet: Wie kann sich Leipzig an den Klimawandel anpassen? Sie gewinnt durch den anhaltenden Zuzug zusätzlich an Brisanz: Das Leipziger Amt für Statistik und Wahlen prognostiziert bis 2030 einen Anstieg der Einwohnerzahl von jetzt 570.000 auf dann 722.000 Einwohner. Damit geht der Neubau von Wohnungen, Kindergärten und Schulen einher. „Der Stadtklimaeffekt, den wir jetzt schon haben, wird sich durch die Erhöhung der Baumasse nochmal verstärken“, sagt Kawe.

Um der zunehmenden Wärmebelastung entgegenzuwirken, empfiehlt das Amt für Umweltschutz unter anderem die Dächer geeigneter Gebäude zu bepflanzen.

Damit folgt das Amt den Empfehlungen der DWD-Studie, die die positiven Auswirkungen von Grünflächen auf die städtische Lufttemperatur, Luftqualität und Luftfeuchte betont. Begrünte Dächer verringern die Aufheizung von Gebäuden. Die Blätter der Pflanzen kühlen und befeuchten die überhitzte trockene Stadtluft und wirken als Staubfilter. Christiane Kawe vom Amt für Umweltschutz sieht darin aber noch mehr: Aus ihrer Sicht könnten begrünte Dächer Orte zum Gärtnern und Erholen sein.

Umsetzung unklar

Ob sich diese Vorstellung erfüllt, ist noch unklar. Die sogenannte Gründachstrategie und ihre Finanzierung müssen noch vom Stadtrat beschlossen werden. Dieser entscheidet Ende des Jahres über die Vorschläge des Umweltamts.

Wie die Bürger ihr Verhalten an den Klimawandel anpassen können, erklärt mephisto 97.6 Redakteurin Lara Spät im Gespräch mit Moderator Magnus Folten:

Redakteurin Lara Spät im Studiogespräch.
Klimastrategien der Stadt Leipzig

 

 

 

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Nadja Mitzkat
30.08.2016 - 11:48