Der feuilletonistische Wochenrückblick

Hirten auf Skiern statt Flüchtlinge

Was haben Hirten auf Skiern mit der Flüchtlingskrise zu tun und wieso war der vergangene Wahlsonntag ein guter Tag für die Demokratie? Der feuilltonistische Wochenrückblick resümiert über die Geschehnisse der letzten Woche.
Was war in der Welt los in der letzten Woche?

 Der feuilltonistische Wochenrückblick fasst zusammen, was die vergangene Woche in der Welt interessant war:

Mephisto 97.6-Redakteurin Pia Wild resümiert im feuilltonistischen Wochenrückblick über die vergangene Woche.
FWR Pia Wild

Ein guter Tag für die Demokratie

Der vergangene Wahlsonntag war ein guter Tag für die Demokratie in Deutschland. Das findet besonders AfD-Chefin Frauke Petry. Und Recht hat sie damit.
Die Wahlbeteiligung in allen drei Bundesländern hat definitiv positiv überrascht. Nur was da gewählt wurde, ist kaum erfreulich für demokratische Werte. Pertys Partei „Partei des sozialen Friedens“ - ja, so nennt sie die AfD tatsächlich - hat ordentlich Stimmen gewonnen. Bei den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag konnte sie über 15 in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz ca. 12 Prozent einfahren. In Sachsen-Anhalt wurde die AfD mit 24,2 Prozent gar zweitstärkste Kraft im Bundesland. Ist es das, das Ende der demokratischen Volksparteien? Das Ende der Demokratie in Deutschland? Ja… Unter geht es mit der Welt.

Europa und Amerika in Intoleranz vereint

Schon klimpern die Hochzeitsglocken: Donald Trump in Anzug und Fliege, wie er galant den Arm um Fraukes Hüften legt und ihr einen feuchten Kuss aufdrückt. Europa und Amerika in Intoleranz vereint, ein politisches Liebespaar wäre da nur das I-Tüpfelchen. Aber mal im Ernst, es ist nicht gesagt, dass die AfD sich etabliert. Sie hat von den Denkzettel-Wählern profitiert. Aber sobald das Thema Flüchtlingskrise nicht mehr ständig  Seite 1 auf der Bild macht, werden sich die Prozentzahlen der AfD wieder verringern. Denn Stammwähler sind bei der AfD bisher zum Glück in der Minderheit.

Hirten auf Skiern

Vielleicht könnte es ja auch schon helfen, wenn der Nahe Osten mit irgendetwas anderem als Krieg assoziiert würde. Wie wäre es zum Beispiel zur Abwechslung mal nicht mit bekopftuchten Frauen, die Duden in den Händen halten oder Booten im Mittelmeer - und stattdessen mit Hirten auf Skiern? Auf ebendiese zwei Hirten aus Afghanistan machte bild.de diese Woche aufmerksam. Die beiden skibegeisterten Afghanen wurden wegen ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten bei einem Skirennen 2011 entdeckt. Momentan befinden sie sich auf Trainingstrip auf St. Moritz. Ihr Ziel: Irgendwann bei Olympia teilnehmen. Wer weiß, auf welchen Pisten diese beiden Hirten in den nächsten Monaten landen?

Deutschlands größter Dauerzeltplatz

Jedenfalls werden sie Schwierigkeiten haben, als Afghanen über die Balkanroute in die EU zu reisen. Die ist seit Mittwoch wegen des EU-Gipfel Beschlusses geschlossen.

The road is closed.

Slowenien, Serbien, Kroatien und Mazedonien sind komplett dicht. Damit vergrößert sich Griechenland zu Europas größtem Dauerzeltplatz für Flüchtlinge. Die finanzielle Belastung in Griechenland ist ja sowieso nicht schon sehr groß.

Shopping statt Hockey

Nicht ausreichende finanzielle Mittel führten auch zur Enttäuschung auf Seiten von Leipziger Hockeyfans. Die hatten auf den Bau einer neuen Eishalle gehofft. Obwohl schon monatelang eine Online-Petition zum Bau mit mehr als 8.500 Unterschriften erfolgreich läuft, lies sich OB Burkard Jung nicht überzeugen. Schließlich habe die Stadt andere Baustellen. Zum Beispiel die fast fertige und eröffnungsbereite Heinspitze. Shopping kann man ja mittlerweile auch als Volkssport bezeichnen.

 

 

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Pia Wild
17.03.2016 - 13:27
  Kultur