Gewalt an Frauen

Hilfe aus dem Frauenhaus

Über 100 Frauen suchen jährlich Schutz im ersten autonomen Frauenhaus in Leipzig. Sie kommen aus gewaltvollen Beziehungen oder Familienverhältnissen und finden im Frauenhaus Schutz und Hilfe zurück in ein Leben frei von Gewalt.
Für viele betroffene Frauen kostet der Schritt in Richtung Hilfsangebote viel Überwindung und Kraft.
Für viele betroffene Frauen kostet der Schritt in Richtung Hilfsangebote viel Überwindung und Kraft.

Rund 300 Frauenhäuser gibt es in Deutschland. Doch die Entscheidung in ein Frauenhaus zu gehen ist für eine Frau oder eine Frau mit Kind/ern nicht leicht. Oft bedeutet dieser Schritt die vertraute Wohnung, die Umgebung, manchmal sogar die Stadt zu verlassen und von vorne zu beginnen.

mephisto 97.6-Redakteurin Claudia Peißig hat ein Frauenhaus besucht und zu Betreuungsangeboten recherchiert: 

Claudia Peißig zu Frauenhäusern.
 

Das erste autonome Frauenhaus Leipzig bietet Frauen die Gewalt erfahren haben, Schutz vor ihren Partnern. Hier können sie zur Ruhe kommen und ein Leben in Demütigung und Unterdrückung hinter sich lassen.

Was dabei sehr wichtig sei, ist, dass die Frauen von alleine bereit sind zu uns zu kommen.

Das sagt Marlis Sonntag. Sie arbeitet im Frauenhaus und hat schon oft erlebt, dass Freunde oder Familien von betroffenen Frauen anrufen und nach Hilfe für die Freundin suchen. "Doch erst wenn die Frauen selbst bereit sind diesen Schritt zu gehen, sind sie auch bereit sich von ihrem Partner zu lösen und ihn endgültig zu verlassen", so Sonntag.

Hat sich die betroffene Frau telefonisch gemeldet, wird ein Treffpunkt vereinbart, denn die Adressen der Frauenhäuser sind anonym. Von dort wird sie in das Haus begleitet. Nun beginnt ein intensiver Beratungs- und Betreuungsprozess.

Viele Frauen sind oder waren finanziell abhängig von ihren Partnern. Wenn sie kein eigenes Geld verdienen, müssen sie staatliche Hilfen beantragen, damit ihnen der Aufenthalt im Frauenhaus finanziert wird.

Neue Selbstständigkeit an erster Stelle

Oft wurden sie über Jahre gedemütigt und klein gehalten, sodass diese Frauen erst wieder lernen müssen, ein selbsbestimmtes Leben zu führen.

Natürlich ist das Leben im Frauenhaus nicht immer einfach. Fünf Frauen leben zusammen auf einer Etage. Jede hat ihr eigenes Zimmer, WG-ähnlich teilen sie sich Küche und Bad. Privatsphäre gibt es kaum.
Da kommt es auch zu Reibereien untereinander. Doch alle sitzen im gleichen Boot und haben eine gewaltvolle Partnerschaft hinter sich gelassen. Auch tiefe Freundschaften entwickeln sich hier.

Angelika Heintze hat diesen Prozess durchlaufen. Nach 15 Jahren Ehe verlässt sie den gewalttätigen Mann und Vater und zieht mit den zwei Kindern ins Frauenhaus.

Und ich bin auch froh dass es Frauenhäuser gibt und dass es Menschen gibt, die einem da weiter helfen.

Wenn Frauen in ihren Beziehungen unter psychischer oder körperlicher Gewalt leiden, haben sie viele Möglichkeiten aufgefangen zu werden und ein Leben in Angst hinter sich zu lassen.
Nur der erste Schritt, ein Anruf bei einer Beratungsstelle, liegt bei ihnen.

 

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