CD der Woche

Heureka!

Als Indiemusik salonfähig wurde, waren Bands wie „We are Scientists“ anz vorne mit dabei. Mit "Helter Seltzer" bringt das Duo jetzt das fünfte Studioalbum in die Läden.
Auf ein Wässerchen mit "We are Scientists"

Wehmütig blickt der ein oder andere Liebhaber von elektronischer Gitarrenmusik in die Zweitausender zurück. Damals, Mitte des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends, war Indie Musik noch wild, hatte sogar noch irgendwo etwas mit der Unabhängigkeit der Künstler zu tun und Bands wie Franz Ferdinand oder Interpol erlebten gerade ihre Glanzzeit. Zur selben Zeit kamen dann auch „We are Scientists“ aus New York auf den Plan, die 2006 mit ihrem Debutalbum „With Love and Squalor“ einschlugen wie eine Bombe. Da verbanden sie tanzbare Melodien mit einer gewissen „Happy Go Lucky“-Attitüde. Mit „Helter Seltzer“ bringen „We are Scientists“ jetzt ihr sage und schreibe fünftes Studioalbum in die Läden. Lustig drauf sind die Jungs immer noch, aber knallt es nach so langer Zeit immer noch wie vor zehn Jahren? 

 

Der Name „Helter Seltzer“ kommt übrigens von einer Diskussion darüber, welchem Musikgenre „We are Scientists“ eigentlich zuzuordnen wären. Nach langem Hin und Her sei man dann schließlich auf das Wort Helter Seltzer gekommen, ein Wortspiel mit dem Song "Helter Skelter" von den "Beatles" und "Alka-Seltzer", ein Schmerzmittel. Daran zeigt sich schon der Sinn für Humor den die Jungs an den Tag legen, den sie auch gerne in ihren Videos zu Schau stellen. Das Video zur ersten Single „Buckle“ besteht daraus, wie Gitarrist Keith Murray dem Bassisten Chris Cain allen möglichen Kram ins Gesicht wirft, von Torten, über Karottensaft bis hin zu Konfetti.

Auch der Song selbst ist ein wahrer Hinhörer und macht mit seinem treibenden Rhythmus und knarrigen Basslines macht er einem sofort Lust auf mehr. Vom Feeling erinnert er ein bisschen an den Rockklassiker „Buddy Holly“ von „Weezer“. Die zweite Single „Too Late“ dagegen ist da eher gemächlicher und kommt eher mit flächigen Gitarrensounds als mit knalligen Riffs. Der Song „Waiting for You“ hat schon fast etwas folkiges mit seiner akustischen Gitarren und dem zarten, balladenhaften Gesang von Sänger Murray.

Fazit

Mit „Helter Seltzer“ haben „We are Scientists“ ein rundes Album hingelegt, was ein wenig an die Zeit von vor zehn Jahren erinnert. Dabei kann man den Jungs aber nicht vorwerfen sich nicht weiterentwickelt zu haben. Auch wenn manchme Lieder auf dem Album nicht ganz so zünden, haben „We are Scientists“ mit „Helter Seltzer“ ein rundes Album rausgebracht, was einfach nur Spaß macht.

 

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Heinrich Jakunin
25.04.2016 - 14:31
  Kultur

We are Scientists: Helter Seltzer

Tracklist:

1. Buckle*

2. In My Head

3. Too Late*

4. Hold on

5. We need a Word

6. Want for Nothing

7. Classic Love

8. Waiting for you*

9. Headlights

10. Forgiveness

 

*Anspieltipps