Stadtratswahl: Portraits

Reik Hesselbarth (FDP)

Die Stadtratswahl steht vor der Tür und von den Plakaten lächeln die Kandidaten. Doch wer sind diese Frauen und Männer und was wollen sie mit ihrer Partei erreichen?
Reik Hesselbarth
Reik Hesselbarth von der FDP.

mephisto 97.6: Herr Hesselbarth, kurz gesagt, wofür stehen Sie mit Ihrer Partei?

Hesselbarth: Wir als FDP in Leipzig stehen dafür, dass wir solide die Stadt weiterentwickeln wollen. Wir wollen dort die Schwerpunkte setzen, wo wir Leipzig entwickeln, nämlich bei Kindern, Jugendlichen, bei Infrastruktur und wir wollen auch auf der anderen Seite sagen, wo wir das Geld einsparen wollen, das ist das Thema in der Verwaltung, wo wir gucken müssen und auch im Bereich der Kultur, wo wir gerade den Mittelbau ein stückweit straffen wollen.

mephisto 97.6: Was muss sich Ihrer Meinung nach in der nächsten Legislaturperiode in Leipzig ändern?

Hesselbarth: Ganz klar, in der nächsten Legislaturperiode wird der Solidarpakt nahezu ausgelaufen sein, das heißt Leipzig muss es geschafft haben, bis dahin wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen, das heißt wir müssen die Gewerbesteuereinnahmen nahezu verdoppeln – nicht nahezu, wir müssen sie verdoppeln, um das aufzufangen. Wir müssen also in die Wirtschaftsförderung, in die Unterstützung der einheimischen Wirtschaft, aber auch in Ansiedlung weiterer Gelder investieren. Da ist zu wenig passiert. Wir müssen sehen, dass wir uns die Ausgaben im Kulturbereich weiter leisten können. Kultur ist für Leipzig eines der wichtigsten Themen, die wir haben und sie muss bezahlbar bleiben. Und wir müssen für Familien und Kinder und Jugendliche das Angebot, das sind Kindertagesstätten, das sind Schulen, das sind aber auch Freizeitangebote, so ausbauen, wie sich die Kinderzahlen entwickeln – nämlich Gott sei Dank steigend.

mephisto 97.6: Das sind wichtige Punkte, aber was sind denn Ihre persönlichen Wünschen?

Hesselbarth: Meine persönlichen Wünsche: a. dass die Lebensqualität in Leipzig so bleibt, dass wir als Politk die Rahmenbedingungen dafür setzen. Und ich wünsche mir, dass sich der Stadtrat ganz konkret stärker zusammenfindet, um Leitlinien vorzugeben, zum Beispiel im Investitionsbereich, aber auch im Ausgabenbereich. Das erfolgt derzeit viel zu stark von der Verwaltung, die nicht gewählt ist. Der Stadtrat ist demokratisch gewählt und damit politisch das Organ, dass diese Leitlinien vorgibt und mein großer Wunsch ist, dass wir es tatsächlich als Stadtrat schaffen, in der nächsten Legislatur eine Mehrheit zu finden, um Leitlinien vorzugeben.

mephisto 97.6: Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Kommunalwahl in Leipzig aus?

Hesselbarth: Die Kommunalwahl in Leipzig ist dadurch geprägt, dass wir eine extrem gute Durchmischung haben, wenn wir uns die Kandidatenlisten anschauen. Also sowohl durch die unterschiedlichen Listen, als auch durch die Kandidaten auf den Listen, sind sehr, sehr viele Schichten der Bevölkerung vertreten. Und ich erhoffe mir, aber das werden wir erst hinterher wissen, dass möglichst viele aus der Bevölkerung am 25. zur Wahl gehen, weil das würde Leipzig auszeichnen, wenn es uns gelingt, die Wahlbeteiligung wieder zu steigern.

 

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Reik Hesselbarth wurde 1974 in Güstrow geboren. Er lebt seit 30 Jahren in Leipzig und ist kaufmännischer Geschäftsführer einer Softwarefirma. Politisch engagiert er sich in der FDP. Zur Zeit ist er dort Fraktionsvorsitzender, verantwortlich für die Themen Finanzen und Kultur sowie Mitglied im Verwaltungsausschuss und im Ältestenrat.