Konzertbericht

Heiter bis Wolkig

Unter freiem Himmel und schwebenden Wolken zeigte die Indie-Folk Band "Iron & Wine" dem Publikum am Mittwochabend, dass sie mehr als nur eine melancholische Singer-Songwriter Band ist.
Iron & Wine Leipzig
Iron & Wine, Leipzig

Im Norden Leipzigs, an einer kleinen Lichtung im Wald, liegt die Parkbühne Geyserhaus. Der kleine und intime Veranstaltungsort unter freiem Himmel war der perfekte Schauplatz für die Indie-Folk Band Iron & Wine, die letzte Woche am Mittwochabend dort spielten. Die Bühne war auch dementsprechend dekoriert und hatte ungefähr 13 kleine Wolken aus Watte, die von der Bühne hingen und oberhalb der Köpfe der Bandmitglieder den ganzen Abend lang schwebten.

Anfangseuphorie

Der Abend wurde durch die Vorband Aliya Thon eröffnet. Die zwei jungen Frauen Aliya und Zuzanna Sosnowska sind seit über einem Jahr ein Duo. Zuzanna spielt Cello, während Aliya mit ihrer sanften Stimme und ihrer Gitarre ihre Songs singt. Mit ihren stimmungsvollen Songs bereitete die Band das Publikum perfekt auf Iron & Wines melancholischen Singer-Songwriter-Folk vor. Aliya erzählte von ihr selbst und woher sie kommt, was das Ganze auch sehr intim machte. Zuzannas Cello und Aliyas Gesang und Texte harmonisierten super miteinander und setzten den Ton für das Konzert.

Glöckchen und ein Kontrabass

Nach ihrem Set wurden die Wolken mit verschiedenen Lichtern beleuchtet und Iron & Wine betraten die Bühne. Die Band begann sofort mit einer unbeschreiblichen Verschmelzung von verschiedenen Sounds. Die Drummerin hatte Glocken um ihr Bein gewickelt, damit jedes Mal, wenn sie ihr linkes Bein auf dem Drumkit benutzte, ein wunderschönes Geräusch zu hören war. Die Parkbühne war jetzt gut gefüllt und der Leadsänger Sam Beam unterhielt sich ein bisschen mit dem Publikum. Ein Lied nach dem anderen verzauberten sie mit ihren ungewöhnlichen und einzigartigen Sounds die Zuhörer. Die Drummerin zauberte immer irgendwelche neuen Objekte hinter ihrem Kit hervor und machte einen einzigartigen Sound daraus. Sie benutzte zum Beispiel einen Geigenbogen auf dem Becken oder eben die verschiedensten Glocken.

All diese verschiedenen Sounds harmonierten so gut zusammen – nicht zuletzt, weil die Band an sich so gut zusammen auf der Bühne musizierte. Sie hörten einander zu und passten sich alle einander an. Damit bildeten sie eine Einheit von Rhythmus, die 100 Prozent abgestimmt war und die auch zusammen Spaß hatte. Daneben haben sie immer wieder mal gelacht und mit dem Publikum gequatscht. Die Liebe zur Musik war Iron & Wine deutlich anzumerken.  

Ein Mann und sein Glas Rotwein

Nach ein paar Songs ging der Rest der Band von der Bühne. Nur Sänger Sam Beam und sein Glas Rotwein blieben zurück. Er spielte dann alleine drei Songs und sang eine etwas aufgepeppte Version von ihrem alten Hit „Such Great Heights“. Die anderen Bandmitglieder kamen danach auf die Bühne zurück und spielten zusammen bis zum Ende. Sie hatten einen guten Mix von neuen und alten Songs in ihrem Set und auch an abwechslungsreiche Beats und Takten hat es nicht gefehlt. Als die Band am Ende nochmals für eine Zugabe rauskam, hatten sich die Drummerin und die Pianistin falsche Bärte ins Gesicht geklebt, was ein Lachen der Zuschauer provozierte. Der wundervolle intime Abend ging leider schnell zu Ende und sie verabschiedeten sich vom Publikum, welches die Band mit einem verdienten, ausgiebigen Applaus belohnte.

 

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