Gespräche auf dem Roten Sofa

Begierde, Zweifel und Einsamkeit

Heinz Helle erzählt in seinem Debütroman "Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin" von Liebe, Glück und dem Problem seinem eigenen Bewusstsein zu entkommen.
Heinz Helle im Gespräch mit Moderator Simon Köppl auf dem Roten Sofa.

Zur falschen Zeit am falschen Platz: Der Debütroman von Heinz Helle beschreibt die Flucht vor den eigenen Gedanken. Schon im Prolog steht ein kleiner Junge bei einem Fußballspiel im Tor, obwohl er kein Torwart ist und kann das Grübeln über seine Lage nicht abstellen. Die Mannschaft verliert haushoch.

Ungefilterte Gedanken treffen auf Erinnerungen

In „Der beruhigende Klanglöser von explodierendem Kerosin“ geht ein Philosophiestudent nach New York. Er lässt seine Freundin zurück, nimmt aber seine Ängste mit. Ängste vor Menschen, Flugzeugen und Erwartungen. Heinz Helle führt den Leser direkt in den Kopf des namenlosen Protagonisten. Ungefiltert treffen Gedanken auf Erinnerungen. Aus der Ich-Perspektive entwickelt sich so die Geschichte einer Beziehung und der Suche nach dem Glück. Doch wer hier humorvolle Großstadt-Neurosen a lá Woody Allen erwartet, wird enttäuscht. 

Hart und ehrlich

So schildert Heinz Helle Begierden, Zweifel und die Einsamkeit des Protagonisten. Nur die Gemeinschaft beim Fußball verspricht Zuflucht. Ein Roman wie die Realität: trotz funkelndem Metropolen-Setting wartet am Ende die Enttäuschung. „Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin“ überzeugt mit emotionaler Dichte und der Erkenntnis, dass es nicht möglich ist, der eigenen Wahrnehmung zu entkommen. Ein Buch für sehnsüchtige Großstadtsingles und grüblerische Fußball-Fans.

Auf dem roten Sofa spricht Heinz Helle über Philosophie, New York und Fußball als Problemlöser.

 

Autor Heinz Helle im Interview mit Simon Köppl
 
 

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Heinz Helle wurde 1978 geboren. Er studierte Philosophie in München und New York und arbeitet als Werbetexter. 2013 gewann er den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb.