Handball

Hauptsache, es hat sich keiner verletzt

Über 7000 Menschen sahen am vergangenen Samstag das Allstar-Game der DKB Handball-Bundesliga in der Arena Leipzig. Geboten bekamen die Zuschauer die Stars aus der deutschen Eliteklasse, dem Nationalteam – und ein recht unansehnliches Spiel.
Till Ganswindt mit Linksaußen Dominik Klein.

Mit 38:31 gewann das Team von Trainer Martin Heuberger gegen die internationale Auswahl. Nach einer kräftezehrenden Europameisterschaft wirkten die internationalen Stars jedoch müde. Niemand auf dem Parkett wollte außerdem kurz vor dem Start in die Rückrunde der Bundesliga etwas riskieren.

 

Die WM-Qualifikation im Hinterkopf

In diesem Jahr stand die Nationalmannschaft besonders im Fokus. Seit einer Woche steht nämlich fest, dass Deutschland in der WM-Qualifikation im Juni gegen Polen ran muss. Nach den verpassten Olympia- und EM-Teilnahmen geht es für den deutschen Handball im Sommer also um einiges. Weil sie bis dahin nicht mehr viele Spiele haben, wollten die deutschen Handballer das All-Star-Game nutzen, um sich einzuspielen. Was Abwehrstratege Oliver Roggisch nach dem Spiel ins Mikro des Hallensprechers sagte, war aber bezeichnend für das „Event“ in der Arena. Er sei froh, dass sich niemand verletzt habe, so Roggisch.

Beim 38:31-Sieg der Nationalmannschaft gab es zwar viele Tore zu sehen, insbesondere die Spieler der Allstars aber wirkten müde und spielten ganz offensichtlich mit angezogener Handbremse. Für den deutschen Linksaußen Dominik Klein war das nicht verwunderlich:

„Ich glaube es ist für alle schwer gerade in dieser Phase der Saison und jetzt noch nach einer Europameisterschaft. Ich glaube es war klar, dass wir ein bisschen frischer sind. Wir wären hier aber auch gerne ausgepowert von einer Europameisterschaft gewesen. So müssen wir nach vorne schauen und das können wir auch ganz gut, indem wir eine große Aufgabe im Juni vor uns haben.“


Das Ergebnis gegen die Bundesliga-Allstars interessierte vor diesem Hintergrund eigentlich niemanden. Aber auch das Einspielen habe nur bedingt geklappt, sagte Rückraumspieler Michael Haaß:

„Ein bisschen haben wir es schon versucht aber das ist natürlich alles andere als ein Spiel unter Wettkampfbedingungen. Es ist ein Schaulaufen, eine Veranstaltung für die Fans. Nichtsdestotrotz versucht man natürlich ab und zu in manchen Phasen auch mal zu testen, was da so geht.“

Besonders viel ging allerdings nicht. Und so war das Allstar-Game letztlich ein lockeres Trainingsspiel mit dem ein oder anderen Trickwurf hier und da. Eines wurde aber deutlich: Bis zu den beiden Polen-Spielen muss das deutsche Team jede Möglichkeit nutzen, um Spielpraxis zu sammeln. In Leipzig stimmten die Abläufe nicht und es gab erstaunlich viele Fehlpässe. Dominik Klein hatte aber keine Zweifel, dass die Mannschaft das bis Sommer in den Griff bekommt:

„Ich bin so fest davon überzeugt, weil wir genau diese Chance für uns so erarbeitet haben. Das wird sehr eng, das wussten wir vorher und das haben wir uns selbst eingebrockt. Aber wir wissen, was wir können und wo wir hinwollen und das ist das Ziel.“

 

 

 

Till Ganswindt berichtet vom Allstar-Game der DKB Handball-Bundesliga in der Arena Leipzig
 

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Till Ganswindt
07.02.2014 - 10:42
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