Female*Hip-Hop

„Hallo, hört ihr mich?“

Hip-Hop gilt bis heute als männerdominierte Szene. Frauen werden weniger gehört und auf Bühnen sieht man sie viel seltener. Die Konzert- und Party-Reihe „Female Focus“ möchte dies ändern und andere, vor allem weibliche Perspektiven eröffnen.
Sookee moderierte die FemalFocus-Party

Anna Vosgerau war im Conne Island und hat mit den Veranstaltern und Musiker(innen) gesprochen:

Beitrag von Anna Vosgerau zur Female Focus Party im Conne Island
2109 Female Focus richtig

Feiern bis die Sonne aufgeht 

Rund 200 Gäste kamen am Freitag, den 18. September, ins Conne Island. Hier feierte die „Female Focus“-Party ihre Leipziger Premiere. Bisher fanden unter gleichem Namen fünf Konzerte und ein Festival in Berlin statt. Bei der Hip-Hop-Veranstaltungsreihe stehen ausschließlich weibliche Rapper auf der Bühne.  

An diesem Abend sind Finna (Hamburg), Esmaticx (Attendorn, NRW), Jennifer Gegenläufer   (Braunschweig) und Lady Lykez (London) aufgetreten und lieferten ein vielfältiges Repertoire an Hip-Hop Musik. Vier Stunden lang haben sie das Publikum mit ihren Rap-Künsten begeistert. Mit zwei DJanes dauerte die Party noch bis in die frühen Morgenstunden an.

Frauen im Fokus 

Andre Bogatz vom Conne Island hat sich über die Zusammenarbeit mit „Female Focus“   gefreut. Der Veranstalter hat den Eindruck, dass Hip-Hop-Konzerte in Leipzig meistens von Männern organisiert und aufgeführt werden. Frauen sind dadurch weniger sicht- und hörbar. Das möchte er ändern.

Hier im Conne Island ist unser Anspruch, im Hip Hop nicht immer nur Typen auf die Bühne zu holen. Deswegen liegt der Fokus nicht nur heute Abend, sondern im Allgemeinen darauf, Künstlerinnen entsprechend eine Bühne zu bieten.

Weiblichen Rappern eine Bühne zu bieten, darum geht es auch Anna Groß vom Berliner  Springstoff-Label, welches die „Female Focus“-Partys ins Leben gerufen hat. Sie möchte durch die Veranstaltungen neue Perspektiven auf eine Musikrichtung zeigen, die sonst oft  problematisch sei:

Wir reden über eine meistens homophobe, sexistische Musikrichtung, mit eindeutig schwierigen Texten, die sehr stark männerdominiert ist, die aber auch von Anfang an Frauen dabei hatte, die einen ganz anderen Fokus darauf hatten, die andere Musik gemacht haben, die aber immer an den Rand gedrängt wurden.

Genau diese Frauen will das Springstoff-Label nun in den Vordergrund rücken. Anna Groß betont, dass es ihr dabei nicht darum geht, Männer auszuschließen. Das Ziel der „Female   Focus“ Veranstaltungen sei vielmehr, dass alle gemeinsam feiern und weibliche Rapper dabei genauso selbstverständlich akzeptiert werden wie Männer. Bei (Rap-) Musik soll es um die Qualität gehen und nicht um das Geschlecht. 

An diesem Abend ging es also nicht nur um gute Musik, sondern auch um Emanzipation und die Veränderung einer (Sub-)kultur. Die Rapperin Finna hofft, dass Frauen durch Konzerte wie „Female Focus“ Mut gewinnen und zu ihren Rap-Künsten stehen. Ihr ist es wichtig, gehört zu werden, wie sie auch in ihrem Lied „Hallo“ deutlich macht: 

Hallo, hört ihr mich? Ich will nicht mehr die Süße sein. Gar nicht mal so leicht, das alles selbst zu gestalten, doch wenn die Starre nicht mehr reicht, ist es Zeit sich zu entfalten. […] Immer viel zu leise, hab nie was gesagt, immer nett gelächelt, doch das alles hinterfragt. Hallo hörst du mich? Mach mich nicht länger klein.

 

Finna
Eesmaticx
Lady Lykez
Jennifer Gegenläufer
 

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