Nachhaltigkeit in der Filmbranche

"Grünes Drehen"

Nachhaltigkeit wird in vielen Bereichen unseres Lebens immer wichtiger. Doch wie sieht das eigentlich in der Filmbranche aus? Im Rahmen des Mitteldeutschen Kurzfilmfestivals KUERZSUECHTIG fand ein Diskussion zum sogenannten „Grünen Drehen“ statt.
Werkstattgespräch "Grünes Drehen", v.l.n.r.: Danny Böhlendorff, Korina Gutsche, Michael Geidel, Jürgen Kleinig

Informationen zum Podium: Das Werkstattgespräch "Grünes Drehen" hat Danny Böhlendorff geleitet. Sie ist Umweltmanagerin beim Ludwig Kamera Verleih und der mbf Filmtechnik in Hamburg. Green Consultant Korina Gutsche gibt Seminare zum Thema "Nachhaltigkeit im Film" und berät Filmproduktionen hinsichtlich ihrer Klimafreundlichkeit. Außerdem waren die Filmproduzenten Michael Geidel und Jürgen Kleinig auf dem Podium anwesend. Sie haben sich bereits mit Grünem Drehen in der Praxis auseinandergesetzt und konnten somit aus ihren Erfahrungen berichten. Das Werkstattgespräch fand im Felsenkeller in Leipzig statt.

Der Beitrag zum Nachhören:

Grünes Drehen?

Beim bisherigen Drehen wurde lange Zeit kaum auf Nachhaltigkeit geachtet. Alle Wünsche sollen in der Filmbranche erfüllt werden. Da fliegt der Regisseur auch mal von Leipzig nach Berlin mit dem Flugzeug, anstatt den Zug zu nehmen.

Beim "Grünen Drehen" dagegen kommen Maßnahmen zum Einsatz, die unsere vorhandenen Ressourcen schonen und die CO2 Emissionen verringern sollen.

Das Grüne Drehen sagt einfach, dass wir aufhören müssen, dass Ressourcen verschwendet werden. Man muss sie immer benutzen, da führt kein Weg vorbei. Aber wir müssen die Ressourcen nicht verschwenden.

Danny Böhlendorff, Umweltmanagerin bei Ludwig Kameraverleih und mbf Filmtechnik in Hamburg

Aktuelle Situation in der Filmbranche 

Nachhaltige Filmproduktionen setzten sich erst in den letzten Jahren in der Filmbranche durch. Das Problem dabei ist, dass viele Angst haben, die gewohnte Routine zu verlassen und sich nach Alternativen umzusehen. Der Vorteil der Filmbranche ist es, dass jeder Film auch ein neues Projekt darstellt, indem neue Möglichkeiten ausgetestet werden können. Um eine Produktion auf Nachhaltigkeit umzustellen wird natürlich Personal und auch Zeit benötigt. Sogenannte Green Consultants können am Set als Berater*innen eingesetzt werden. Außerdem werden auch kostenlose Seminare angeboten.

Richtlinien 

Wichtig bei der Umstellung ist vor allem die Kommunikation. Aktuell gibt es noch keine übergeordneten Richtlinien, die die Maßnahmen von Grünem Drehen zusammenfassen. Daher haben sich in Deutschland zahlreiche Initiativen ergeben, die eigene Leitfäden für eine nachhaltige Produktion erstellt haben. 

Auch in Leipzig beschäftigen sich Filmemacher*innen mit Nachhaltigkeit, so auch die Produktionsfirma „Neue Celluloid Farbrik“. Diese produziert hauptsächlich Dokumentarfilme zu nachhaltigen Themen und haben einen Leitfaden entwickelt, der als fester Vertragsbestandteil für Produktionen verwendet wird.

Nachhaltigkeit beim Filmfestival 

Auch mit der Paneldiskussion, die im Rahmen des Kurzfilmfestivals stattgefunden hat, wird versucht, Nachhaltiges Drehen in den öffentlichem Raum zu bringen. Zwar habe Nachhaltigkeit in der Filmauswahl des diesjährigen Festivals noch keine Rolle gespielt, so der Festivallleiter Mike Brandin, doch er ist sich sicher, dass sich das in den nächsten Jahren noch ändern wird.

Und dass sich unbedingt etwas ändern muss, ist uns allen klar. Nachhaltigkeit spielt in allen Bereichen des Lebens eine entscheidende Rolle.

 

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Weitere Infos zum Nachhaltigen Drehen in Europa unter: https://greenfilmshooting.net/blog/de/

 

Mitteldeutsches Kurzfilmfestival KURZSUECHTIG online unter: https://kurzsuechtig.de