Rededuell Landtagswahl 2014

Große Überraschungen ausgeblieben

Das einzige Rededuell vor der Landtagswahl zwischen Spitzenkandidaten fand gestern in Dresden statt. Vor einem ausgelosten Publikum diskutierten Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Linke-Chef Rico Gebhardt – ohne große Überraschungen.
Im Sächsischen Landtag wird zu dem Antrag der Partei Die Grünen getagt.

Auf neunzig Minuten war die Debatte zwischen den beiden Kontrahenten angelegt. Moderiert haben die Chefredakteure der "Sächsischen Zeitung", der "Freien Presse" und der "Leipziger Volkszeitung". Unter ihren Lesern hatten die Zeitungen im Vorfeld 450 Karten für die Veranstaltung verlost. Es war als Alternative zu einem möglichen TV-Duell mit sechs Spitzenkandidaten angelegt, das Tillich aber ablehnte. Volckmar Zschocke, Spitzenkandidat der Grünen, führte diese Entscheidung darauf zurück, dass Tillich bei den Themen Sicherheit und Kinderbetreuung "dünnhäutig und konzeptionslos" sei.

Wenig gemeinsame Schnittpunkte

Wichtigste Themen waren Wirtschaft, Bildung, Sicherheit und Fragen der Asylpolitik. Hier vertraten die Politiker jedoch durchgehend Standpunkte, wie sie auch ihren Parteiprogrammen zu entnehmen sind. Hitziger und auch emotionaler wurde die Debatte bei der Diskussion um die Polizeireform. Tillich betonte, wenn eben diese 2022 umgesetzt werde, sei die Polizeiausstattung von Sachsen bundesweit gesehen noch immer sehr gut. Gebhard zweifelte daran und sprach von einer wachsenden Anzahl an Straftaten. Daraufhin entgegnete der Ministerpräsident in einem Seitenhieb: "Herr Gebhardt, bevor wir hier über Personal reden, sollten Sie sich als Linke auch erst einmal geschlossen bei allen Einsätzen hinter die Polizei stellen."

Koalitionen noch unklar

Zusammen koalieren wollen CDU und Linke definitiv nicht. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Partei von Tillich derzeit mit 42 Prozent die Nase weit vorne hat, es folgen die Linken mit 18 Prozent. Bündnis 90/Die Grüne und die AfD liegen aktuell gleich auf mit jeweils sechs Prozent. Bei möglichen Koalitionen zeichnen sich noch keine Präferenzen ab. Jedoch will Tillich am liebsten mit FDP, SPD oder Grünen zusammenarbeiten. Aber auch eine Koalition mit der AfD hat er bislang nicht ausgeschlossen.

 

Ein Gespräch zwischen Moderator Raimund Groß und Anna Vogel über das Rededuell - aus urheberrechtlichen Gründen ohne Originalton
Rededuell
 

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