splash! Festival 2017

Große Namen zum 20. Geburtstag

Vom 6. bis 9. Juli findet das 20. splash!-Festival statt. Zur Einstimmung werfen wir einen kurzen Blick auf die bewegte Geschichte des größten Hip-Hop Festivals Deutschlands und verraten euch, worauf wir uns dieses Jahr schon besonders freuen.
Das splash! Festival in der Stadt aus Eisen.

Die ersten Ausgaben des splash!-Festivals fanden von 1998 bis 2005 in der Nähe von Chemnitz statt. Innerhalb kürzester Zeit stieg es mit bis zu 30.000 Besuchern (2001) zum größten Hip-Hop- und Reggae-Festival Europas auf. Auf den steilen Aufstieg folgte jedoch eine ebenso steile Bruchlandung: aufgrund heftiger Regenfälle und damit verbundener Unkosten war der Veranstalter Anfang 2007 mit einer halben Million Euro verschuldet. Nur durch ein Benefizkonzert zur Erhaltung des Festivals konnte der Bankrott gerade so abgewandt werden. Nach drei Jahren in Bitterfeld zog das Festival schließlich nach Ferropolis in der Nähe von Dessau. Trotz unzähliger Ups und Downs konnte das Festival seinen Status als eines der wichtigsten Hip-Hop-Events Europas sogar ausbauen und zehntausenden Fans jedes Jahr eine bunte Mischung aus nationalen und internationalen Acts bieten.

 

Auch dieses Jahr findet das splash! wieder in Ferropolis, der „Stadt aus Stahl“ am Gremminer See in der Nähe von Dessau statt. Den Namen trägt das Gelände aufgrund der riesigen Schaufelrad- und Eimerkettenbagger, mit denen bis kurz nach der Wende Braunkohle gefördert wurde. Diese Industriedenkmäler, sowie die Renaturierung des einstigen Tagebaugebiets machen Ferropolis nicht nur während der Festivalsaison zu einem interessanten Ort.

Bereits im letzten Jahr waren auch die kleinen Wälder am Ende des auf einer Halbinsel befindlichen Geländes für Besucher geöffnet. Liebevoll gestaltete kleine Holzbühnen und andere Installationen boten damals einen entspannten Ausgleich zum mitunter recht anstrengenden Festivalalltag bestehend aus Rauchen, Trinken, Essen und Up-Turnen.

 

Auch wenn auf der Mainstage die unbestrittenen Platzhirsche wie K.I.Z., Marteria oder Sido auftreten, freuen wir uns vor allem auf die kleineren Bühnen, auf denen man auch mal von Acts umgehauen werden kann, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat. Echte Underdogs eben! Was jetzt schon top funktioniert ist die Festival-App. Mittlerweile ein Muss für jede größere Veranstaltung, die etwas auf sich hält, aber auch immer wieder nützlich.

Acts – national

Es hat sich viel getan im Deutschrap in den letzten Jahren. Neben knallharten Gangsterrappern wie Hanybal und seinen Schatzis haben sich auch an Oldschoolbeats orientierte Pöbelrapper wie Shacke One oder Autotune-Ästheten wie LGoony etablieren können. So bunt war die Szene noch nie!

Insbesondere freuen wir uns auf Acts, die erst in den letzten paar Monaten auf sich Aufmerksam gemacht haben. Für viele Künstler ist es das erste splash! und daher so etwas wie die Feuertaufe. Waren RIN oder Hayiti letztes Jahr noch die heißen Newcomer, sind sie inzwischen schon Teil der großen Deutschrapfamilie. Interessant wird es in meinen Augen für Newcomer wie CE$ oder den Locosquad.

Neben alten und jungen Hasen freuen wir uns aber natürlich ganz besonders auf das Leipziger Urgestein Trettmann – support your local RONNY!

 

Acts – international

Puh wo soll man da anfangen? Lil Yachty, Postmalone, Desiigner, Pusha T, AJ Tracey, Rae Sremmurd – alles Weltstars, die teilweise erst seit kurzer Zeit wirklich bekannt sind. Wie jedes Jahr hat das Booking aber ganze Arbeit geleistet, sodass die Festivalgäste auch die Trendsetter aus Übersee live sehen können.

Ganz besonders freuen wir uns auf den Trapgod from East Atlanta himself – Gucci Mane. Dieser hat vor etwas mehr als einem Jahr seine letzte Haftstrafe (ja, davor gab es auch schon einige andere) abgesessen und seitdem mehrere Topalben released. Er selbst bezeichnet sich als Vater aller Rapper und es scheint ihm auch keiner zu widersprechen. Egal ob 21 Savage, Young Thug oder IloveMakkonen – zumindest in Atlanta gibt es kaum einen Rapper, der nicht irgendwie schon mal mit Gucci Mane in Kontakt kam oder gar durch ihn gefördert wurde.

Mit im Gepäck hat er den Producer Mike Will Made It. Neben Gucci hat dieser unter anderen für Migos, Kendrick Lamar oder sogar Miley Cyrus und Rihanna Beats gebaut.

 

Auf einem Gelände, das ein Musterbeispiel werden sollte für Umnutzung alter Industriebrachen erwarten uns also (hoffentlich) gutes Wetter, entspannte Leute und drei Tage nationale und internationale urbane Musik – könnte schlimmer sein!

 

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Leonard Müller
29.06.2017 - 02:03
  Kultur

Das wichtigste im Überblick

Wann: 7. - 9. Juni

Wo: Ferropolis, Gräfenhainichen

Line-up: Marteria, Travis Scott, Kool Savas, Mac Miller, Genetikk, G-Eazy, Audio88 & Yassin, Megaloh, Ufo361, K.I.Z., Pusha T, Kollegah, Mas, Loyle Carner, Trettmann, Locosquad, Lil Yachti, Desiigner, uvm.

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