Gespräche auf dem Roten Sofa

Grenzen in den Köpfen

In ihrem Roman "Sonnenschein" hat die kroatische Autorin Daša Drndić Fiktion mit Fakten verwoben, um ein vielschichtiges Bild der Verbrechen des Nationalsozialismus zu schaffen.
Daša Drndić zu Gast auf dem Roten Sofa.

Das Papier des Romans ist rau, beim Blättern blitzen seitenlange Listen mit Namen und Bilder in verschiedenen Größen auf. Auch Stammbäume sind dabei, Interviews und Erlebnisberichte. "Sonnenschein" geht also über das Format des Romans hinaus und Daša Drndić ergänzt ihre fiktionale Geschichte über Haya aus Gorizia, die auf ihren von den Nazis entführten Sohn wartet, durch alle diese geschichtlichen Daten und Hintergründe über die Zeit und die Konsequenzen des Nationalsozialismus. Daša Drndić mag keine völlig durchkonstruierten Geschichten, es war ihr wichtig, die Wahrheit einzubinden und sich ihr so besser zu nähern. Es sei wichtig, zu verstehen, dass jeder einzelne Mensch mit seinem Handeln für das verantwortlich ist, was um ihn herum geschieht. 

 

Daša Drndić auf dem Roten Sofa im Gespräch mit Carina Fron.
 
 

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Über die Autorin

Daša Drndić wurde 1946 in Zagreb geboren. Neben Romanen schreibt sie auch Dramen und Hörspiele und arbeitet als Übersetzerin. Außerdem unterrichtet sie Englische Literatur an der Universität von Rijeka. "Sonnenschein" ist der erste Roman der kroatischen Autorin, der ins Deutsche übersetzt wurde. Er ist bei Hoffmann und Campe erschienen und kostet 24,00 Euro.