CD der Woche

Geschüttelt, nicht gerührt...

"Shake, shook, shaken", so heißt das dritte Album des französischen Indie-Pop Duos "The Dø". Seinem Namen macht es dabei alle Ehre. Denn schütteln lässt es sich dazu ganz wunderbar, auf der Tanzfläche natürlich.
the dö, the do
The Dø

Sie haben richtig gelesen. The Dø kommen aus Frankreich, nicht aus Skandinavien. Der Name der Band setzt sich zusammen aus den Initialen ihrer Mitglieder: Dan Levy und Olivia Merilahti. Und da diese Wortspielen nicht ganz abgeneigt sind, wurde das O ein paar Breitengrade nach Norden verschoben. So wird daraus dann Ø, was dem deutschen Ö gleichkommt. Wer im Französischunterricht aufgepasst hat, kann jetzt eins und eins zusammenzählen. Dø und deux sind phonetisch nicht allzu weit voneinander entfernt. "Die zwei" also. Passt.

Durchbruch der Band

Ihren ersten großen Durchbruch hatten die beiden im Jahr 2008 mit dem Hit „On my shoulders“ einer folkigen Uptempo-Ballade, getragen durch Olivias markante Kopfstimme. Das dazugehörige Album "A mouthful" zeugte von Verspieltheit und Experimentierfreude. 2011 folgte dann die zweite Platte „Both ways open Jaws“, auf dieser ist der elektronische Einschlag schon deutlich zu erkennen.

Cleaner Elektropop

"Shake, shook, shaken" ist ein cleanes Elektropop-Album, das durch hitverdächtige Hynmen und mitreißende Refrains besticht. "Do you really wanna go back in time?" heißt es zum Beispiel in "Miracles-Back in Time". Nostalgie nach alten Zeiten? So manch einer wünscht sich vielleicht, er würde ein Pendant zu "On my shoulders" oder "At last" auf der Platte finden. Doch The Dø haben sich weiter entwickelt. Unnötiger Ballast wurde von den Schultern geschüttelt, um Platz zu schaffen für geradlinige, schnörkellose Kompositionen.

The Do - On my shoulders

Wortspiel-Spaß

Ein gewisses Maß an Leichtigkeit haben sie sich jedoch bewahrt. So wird in "Anita No" wieder das Spiel mit der Phonetik betrieben. "Anita, I need to ...." heißt es immer wieder. Aus dem Zungenverdreher wird am Ende "I need to know"/ "Anita No". Kreatives Songwriting beherrscht die Band also.

Auch das Experimentelle findet ein Plätzchen auf der neuen Platte. "Omen" bildet das Schlusslicht der 12 Tracks. Er erinnert ein bisschen an Science-Fiction Trailer. Wenn man bedenkt, dass sich die beiden während der Produktion des Soundtracks zum Film "Das Imperium der Wölfe" kennenlernten, passt das. Back to the Roots also.

The Dø - Keep Your Lips Sealed

Fazit

Das dritte Album von "The Dø" bildet einen Kontrast zu seinen Vorgängern. Es ist weniger verspielt, unaufgeregter. Leider fehlt es ihm dadurch ein wenig an Varianz. Wer Musik à la "Bat for Lashes" und "Yeah Yeah Yeahs" mag, wird die neue elektronische Art der Franzosen jedoch lieben. Die Platte bringt viel gute Laune und regt zum Tanzen an. Olivias Stimme ist einzigartig und lässt erkennen, dass es sich trotz aller Veränderung immer noch um "The Dø" handelt.

 

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Aileen Mirasyedi
28.10.2014 - 13:29
  Kultur

The Dø: Shake Shook Shaken

Tracklist:

1. Keep Your Lips Sealed*
2. Trustful Hands
3. Miracles (Back in Time)*
4. Sparks*
5. Going Through Walls
6. Despair, Hangover & Ecstasy
7. Anita No!*
8. A Mess Like This
9. Lick My Wounds
10. Opposite Ways
11. Nature Will Remain
12. Omen

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 24.10.2014
Embassy of Music