Theater

Gedankensprünge

Sie wollen in ihrer Tanzperformance "Zeitfischen" zuerst einen bestimmten Moment einfangen und nachdem ihnen das gelungen ist, wollten sie herausfinden, was sie mit diesem eingefangenen Moment alles anfangen können.
Theater
Ein Theaterstück mit Tänzerin Alma Toaspern

Einem Menschen mit Konzentrationsschwäche würde dieses Stück wohl besonders gut gefallen: Immer wieder wechseln die beiden Performerinnen die Richtung. Sie arbeiten mit Tanz, Improvisation und Musikperformance; sie springen zwischen Schweigen, sprechen Deutsch und Englisch; wechseln ständig das Thema. Sie versuchen den Moment einzufangen, in dem alles stillsteht, um herauszufinden, was damit alles möglich ist. Das ist vor allem dieser Richtungswechsel. Das kann zuweilen schon anstrengend sein, weil viele es gewohnt sind, einen roten Faden zu finden. Vielleicht nicht unbedingt eine Erzählung, aber zumindest eine Situation oder ein klares inhaltliches Ziel, wird hier vermieden. Der Zuschauer muss diesen ständigen Wechseln folgen. Zum Glück ist es keine abstrakte künstlerische Erforschung, sondern vielmehr ein Probieren, in dem viel Raum für Witz bleibt, meist durch Übertreibungen. Das Publikum erwartet hier also kein ästhetisches fließendes Tanzstück– „Zeitfischen“ ist eher eine Aneinderreihung abstrakter Momente, doch wer sich darauf einlässt (und vorher den Programmtext gelesen hat), kann hier viel Spaß haben, mit der Verwirrung wird er dann wohl auch umgehen können.

Moderatorin Maja Fiedler im Gespräch mit Thilo Körting über das Stück "Zeitfischen"
zeitfischen
 

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Thilo Körting
22.06.2015 - 12:10
  Kultur