Konzertbericht

Ganz die Alten!

Lange haben Sum 41 nichts mehr von sich hören lassen. Das soll sich jedoch ändern: Ein neues Album ist bereits angekündigt und eine Tour gab es mittlerweile auch schon. Bei dieser spielten sie unter anderem auch in der Live Music Hall in Köln.
Sum 41 auf ihrer ersten Tour nach drei Jahren Pause in Köln
Sum 41 auf ihrer ersten Tour nach drei Jahren Pause in Köln

Erwartungen

I've been waiting for something for so long.

Reason To Believe

Vor über zehn Jahren habe ich erstmals etwas von Sum 41 gehört. Damals erschien gerade ihr Video zu „Pieces“. Damit veröffentlichten sie ihre erste Ballade, nachdem sich die Jungs mit 'All Killer No Filler' vor allem in der Punkrock-Szene etabliert hatten. Am touren waren sie zu der Zeit noch regelmäßig. Und so sah ich mehrere ihrer Shows. Doch wie bei vielen guten Musikern, blieb auch Sänger Deryck Whibley nicht von der Alkoholsucht verschont und landete 2014 aufgrund von akutem Leber- und Nierenversagen im Krankenhaus. Aber wie es sich für einen Kämpfer gehört, postete Deryck schon bald darauf wieder Fotos von Studioaufnahmen und klärte seine Fans in einem öffentlichen Brief über Alkoholimssbrauch auf.
Einige Zeit hörte man von Sum 41 musiklisch jedoch nicht mehr viel, bis sie schließlich nach fast drei Jahren Bühnenabstinenz eine neue Tour ankündigten. Klar, dass das ihre Fangemeinde sehr freute.

Erster Eindruck

Today's the day that me meet again.

Speak Of The Devil

Lange nicht mehr getourt plus große Fangemeinde bedeutet: lange im Voraus ausverkaufte Tour. Und so war das auch bei Ihren zwei Konzerten, die sie in Deutschland angekündigt hatten. Dementsprechend voll war natürlich auch die Halle. Schon vor Beginn der Show war es in Bühnennähe nicht mehr möglich sich groß zu bewegen.
Den Anfang machten die beiden Vorbands Hollerado und Newdrive und die brachten schon ordentlich Stimmung. Vor allem Newdrive haben als zweite Vorband in punkrockigem Stil gut auf den bevorstehenden Mainact vorbereitet und an diesem Abend mit Sicherheit auch ein paar neue Fans dazugewonnen.

Show

Sedation? What the hell?

Confusion And Frusitration In Modern Times

Den Anfang machte natürlich das All Kiler No Filler-Intro 'Introduction To Destruction', gefolgt von 'Over My Head' aus dem darauffolgenden Album 'Does This Look Infected'.

 

 

Hätte man nicht gewusst, dass seit dem letzten Konzert einige Jahre vergangen waren, hätte man das so schnell auch nicht gemerkt. Als hätten sie nie etwas anderes gemacht spielten Sum 41 einen Klassiker nach dem anderen. Die Setlist war gut gemischt, von jedem Album war mindestens ein Song dabei, sodass es so gut wie unausgeschossen war, dass jemand sein Lieblingslied der Band an diesem Abend vermisst haben könnte. Trotz neuem Schlagzeuger blieben Sum 41 ihrem alten Sound treu, was jedoch auch die Wiederaufnahme von Gitarrist Dave Baksh bewirkt haben könnte. Wie bei früheren Konzerten der Band wurden auch in Köln einige Liedcover bekannter Rock- und Metalbands angespielt, was beim Publikum scheinbar sehr gut ankam. Auch der Sound in der Halle war überzeugend. Wenn auch ein paar kunstvolle akustische Rückkopplungen hätten fehlen können.

Publikum

Heavy metal and mullets is how we were raised. Maiden and Priest were gods that we praised.

Fat Lip

Ich muss sagen - ich habe lange kein so abwechslungsreiches Publikum mehr gesehen. Ein paar echte Punkrocker mit hochfrisierten Haaren oder auch der ganz schlicht gekleidete etwas ältere Hörer waren dabei. Sowohl vom Kleidungsstil als auch altersbezüglich war die Halle gut gemischt. Das große Interesse an rockiger oder härterer Musik teilten jedoch alle. Daher war die Stimmung im Publikum auch von Beginn an sehr gut. Trotz extremer Enge wurde gemosht und jeder Song lauthals mitgegrölt.

Was noch zu sagen bleibt

I plan on never waking up.

Never Wake Up

Eine kleine Zeitreise hat an dem Abend wohl jeder gemacht, der Sum 41 nicht erst seit kurzem hört. Um so erfreulicher ist es zu sehen, dass die Jungs das mit der guten Musik noch immer drauf haben. Auf das neue Album, was für dieses Jahr angekündigt ist bin ich schon sehr gespannt. Solange schwelge ich auch gerne weiterhin mit ihre alten Songs in Erinnerungen.

 

 

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Setlist:

1. Over My Head (Better Off Dead)

2. Motivation

3. The Hell Song

4. Skumfuk

5. Makes Not Difference

6. With Me

7. Handle This

8. We're All To Blame

9. Walking Disaster

10. King Of Kontradiction

11. Pieces

12. Screaming Bloody Murder

13. Sick Of Everyone (oder wie Deryck Whibley es ankündigte: Sick Of Donald Trump)

14. Welcome To Hell

15. For Whom the Bell Tolls / Enter Sandman / Master of Puppets (Metallica)

16. Still Waiting

17. In Too Deep
 

18. Reason To Believe

19. Underclass Hero

20. Fat Lip

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