CD der Woche

Für große Bühnen gemacht?

Ihr Debütalbum Cannibals With Cutlery von 2013 brachte To Kill A King Vergleiche mit The National und Mumford & Sons ein. Was sich auf dem ersten Album bereits andeutete, zeigt die Band auf ihrem Zweiten recht deutlich: ein Faible für große Melodien.
To Kill A King
To Kill A King

Wir schreiben das Jahr 2009: An der Universität in Leeds formiert sich eine Gruppe Musikinteressierter um den Sänger und Gitarristen Ralph Pelleymounter. Recht schnell keimt der Wunsch auf, zusammen eine Band zu gründen. Diverse EPs und ein gefeiertes Debütalbum später ist die Band auf dem Weg, sich auch über ihre Landesgrenzen hinaus einen Namen zu machen. Dabei meinte es vor allem das vergangene Jahr gut mit To Kill A King: Als Supportact für Bastille und Frank Turner, aber auch als Headliner konnten sich die Briten einen soliden Ruf erspielen.

To Kill a King formierte sich um Sänger Ralph Pelleymounter (Mitte)
To Kill a King formierte sich um Sänger Ralph Pelleymounter (Mitte)

Musikalische Weiterentwicklung

Nun also das selbstbetitelte zweite Album. Was sich bei Cannibals With Cutlery schon andeutete, zeigt die Band hier in ausgereifter Form: ein gelungenes Wechselspiel von Indie-Gitarrenrock, Folk-Elementen und eingängigen Melodien. Vor allem Letzteres ist ein Element, welches nahezu jeden Song des Albums durchzieht. Dies kann Hymnen-Charakter haben wie beim Opener Compare Scars oder Love Is Not Control, aber auch Folk-Songs wie das melancholische Musicians Like Gamblers Like Drunks Like Me oder Oh My Love demonstrieren das Gespür der Band für gute Pop-Songs.

Sänger Ralph Pelleymounter, dessen charakteristische, tiefe Stimme prägend ist für den Gesamtsound der Band, sieht großes Potenzial in den neuen Songs:

These are songs designed to be played on a bigger stage

 

To Kill A King - Oh My Love (Ralph's Singalong Sessions)

Es sei allerdings bemerkt, dass sich die große Stärke des Albums teilweise auch etwas negativ bemerkbar macht: Nicht immer schafft es die Band, die Balance zu halten zwischen ihren griffige  Pop-Melodien und dem natürlichen, etwas rohen Sound, wie man ihm vom ersten Album kennt. An der ein oder anderen Stelle klingt To Kill A King somit etwas zu glatt.

Fazit

Vergleiche mit The National, Frightened Rabbit, The Boxer Rebellion oder Mumford & Sons dürften gerechtfertigt sein. Davon abgesehen haben To Kill A King es allerdings geschafft, einen ganz eigenen Sound zu entwickeln. Ob der für die großen Bühnen reicht, wird sich in Zukunft zeigen. Im Auge behalten sollte man diese Band auf jeden Fall.

 

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Carsten Richter
10.03.2015 - 12:03
  Kultur

To Kill A King: To Kill A King

Tracklist:

1 Compare Scars*
2 Love Is Not Control*
3 Oh My Love
4 Friends
5 The Chancer
6 School Yard Rumours
7 Good Times (A Rake's Progress)
8 Musicians Like Gamblers Like Drunks Like Me
9 Grace at a Party*
10 World of Joy (A List of Things to do)*
11 Today

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 02.03.2015
Xtra Mile Recordings

 

bisherige Veröffentlichungen:

- Cannibals With Cutlery (2013)