Dour Festival

Für alles und jeden

Wo die Indie-Bühne "La Petite Maison Dans La Prairie" heißt und auf der Cannibal Stage nur die derben Rockbands spielen, muss die Welt noch in Ordnung sein. Das Dour Festival vom Belgien lädt vom 13. - 17. Juli zur fünf-tägigen Genre-Clash-Sause.
Dour Festival
Tanzen und gute Laune: das ist die Devise auf dem Dour Festival

Was erwartet mich?

Seit über 25 Jahren steht das Dour Festival im westlichen Belgien vor allem für eins: Vielfältigkeit. Wenn man es beschreiben möchte, ist es wohl ein TanzElektroRockHipHopIndieGrooveBier-Festival. Im Gegensatz zu vielen anderen Festivals hat man hier jedoch nicht das Problem, dass zwischen der coolen Rockband und dem Metal-Headliner noch Cro auf die Bühne muss. Das Festival bietet mehrere große Bühnen, die sich meistens auf eine Musikrichtung spezialisieren. Auf der Boombox-Bühne gibt es HipHop, die Jupiler Dance Hall sorgt für Groove und Elektro, die Cannibal Stage für harten Rock und "La Petite Maison Dans La Prairie" steht für Indie-Acts. Wenn man also einen nicht so breiten Musikgeschmack hat, kann man einfach an einer Bühne bleiben. Ansonsten steht man auch hier vor der Qual der Wahl. Ein originelles Line-Up sorgt dafür, dass es so schnell nicht langweilig wird - trotz fünf Festivaltagen. Und wenn doch: man kann ja immer noch belgisches Bier trinken.

Was sind die großen Namen?

Auf der Hauptbühne "The Last Arena" spielen wohl die Acts, die der breiten Masse am Ehesten ein Begriff sind. Beispiel gefällig? Die DnB-Partymaschine The Prodigy, die isländischen Indie-Helden Sigur Ros, der belgische DJ Netsky oder die legendären Pixies. Auf den anderen Bühnen ist das Programm etwas spezifischer, obwohl auch da zumindest für bestimmte Szenen große Namen auftauchen. Die Musikerin Peaches sorgt für eine provokante Show, "Flat Beat"-DJ Mr. Oizo für tanzende Massen. Aus der Hardcore-Szene sind bedeutende Acts wie Lagwagon oder Madball am Start.

Wie komme ich dahin?

Wer die weite und teure Anreise als Grund sieht, nicht zum Dour Festival zu fahren, dem sei hier gesagt: Ausrede! Für Besucher aus den östlichen Teilen von Deutschland senkt das Festival nämlich den Ticketpreis um 40 Euro (den Link dafür gibt es rechts in der Infobox). Die reichen zwar nicht ganz für die Hin- und Rückfahrt, machen das Ganze aber angenehmer. Von Städten aus NRW (Köln, Münster) fahren Busse direkt zum Festival. Ansonsten können über die internationale Seite der belgischen Bahn die preiswerten Tickets gefunden werden. Als Zielbahnhof sollte dabei Saint-Ghislain ausgewählt werden (von da fahren Shuttlebusse). Mitfahrgelegenheiten kann man auf der Website auch finden. Für die halbtägige Anreise ist die Devise dann wohl: die Fete beginnt, wenn man losfährt.

Dour Festival 2016 - Full Line Up from Camera-etc on Vimeo.

Mit was für einem Publikum ist zu rechnen?

Gar nicht so leicht zu sagen. Wegen der Genre-Vielfalt kann man wohl zwischen Electro-, HipHop- oder Hardcorefans alles finden. Auf jeden Fall ist wohl mit einem internationalen Publikum zu rechnen. Seit Jahren kommen schon viele Fans aus Frankreich angereist, dieses Jahr versucht das Dour Festival auch immer mehr deutsche Musikliebhaber anzuziehen. Belgien nutzt da seinen Standort im "Mehrere-Länder-Eck" gut aus und wird sicher viele verschiedene Nationalitäten und Szenen anlocken können.

Welchen Act darf ich nicht verpassen?

Wenn man sich ein bisschen mit der deutschen Festivallandschaft auseinandersetzt, fallen einem doch immer wieder die gleichen Künstler ins Auge. Kein Wunder, was in Deutschland gern gehört wird, spielt dann eben auch auf mehreren Festivals. Andere Länder bedeuten in dem Fall natürlich andere Sitten. Auf dem Dour Festival gibt es deswegen einen Haufen Bands, die man auf deutschen Festivals entweder gar nicht oder äußerst selten antrifft (als Beispiele sollen an dieser Stelle mal Mac DeMarco, Polica oder Allah-Las genannt sein). Wer den Genre-Clash des Dour Festivals wohl mehr als jede andere Band des Lineups lebt, ist das französische Sextett Deluxe. In Deutschland weitesgehend unbekannt, in Frankreich (und vermutlich auch in Belgien) gefeiert. Die Band mischt Rock, Pop, Ska, Reggae und viel mehr und kann sich nur auf eine Sache einigen: Außer der Frontsängerin tragen alle Bandmitglieder Schnurrbärte. Ob der Musikmix auch auf der Bühne Spaß macht (das kann man zumindest vermuten), kann man sich in der Jupiler Dance Hall am Donnerstag angucken. 

(Un)nützes Wissen?

Insgesamt spielen auf dem Festival 288 Bands aus 27 Ländern. Hui! Dieses Jahr gab es außerdem eine weitere Überraschung seitens des Dour Festivals. Zur finalen Line-Up-Ankündigung wurde außerdem eine weitere neunte (!) Bühne angekündigt. Diese ist vor allem für DJs und Producer. Fun-Fact: Die französische Spaßkopf-Band Salut c'est cool beschließt an jedem Abend das Programm der Bühne.

Auch mephisto 97.6 hat für das Festival eine Überraschung anzukündigen. Ein Zwitschervogel meint, dass im Juni 2x2 5-Tages-Pässe verschenkt werden. Dazu in Kürze mehr!

 

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Datum: 13. - 17. Juli

Ort: Dour, Belgien

Acts: The Prodigy, Pixies, Sigur Ros, Wiz Khalifa, Boys Noize, Birdy Nam Nam, Gramatik, Deluxe, Polica, Django Django, Mac DeMarco, Lagwagon, The Subways, Mr. Oizo, Peaches, Roots Manuva, Allah-Las, Bombay, Slaves, Being As An Ocean, Band Of Skulls, Danakil...

Website: http://bit.ly/1XMK5Dy

Die Tickets für Besucher aus dem Osten gibt es HIER.