Umfrage

Fühlen Sie sich sicher?

In der Vergangenheit kamen immer wieder Fragen zur Sicherheit in Leipzig auf. Daraufhin folgte eine Umfrage der Einwohner: Nun wurden die Ergebnisse von der Stadtverwaltung präsentiert.
Eine Umfrage zum Sicherheitsempfinden der Leipziger.

Seit 1995 befragt die Stadt Leipzig ihre Bürger, zu ihrem Sicherheitsempfinden. Die Umfrage wurde 2016 zum fünften Mal bei 6000 Leipzigern durchgeführt. Die Befragten wurden ausgewählt, sodass eine möglichst repräsentative Umfrage entstehen würde.

Herr Mühler, Professor für Soziologie der Universität Leipzig, hat die Studie durchgeführt. Er meint jedoch, dass das Sicherheitsgefühl keine messbare Größe sei. Ebenfalls sagt er, dass es keine Einheit gebe, um die tatsächliche Sicherheit in einer Stadt zu messen.

Das Sicherheitsempfinden ist ein Container für Unbehagen. Also verschiedene Unbehagen, welche sich aus verschiedenen Lebenszusammenhängen einer Stadt, eines Landes, einer Region entwickeln kann.

Professor Mühler

Nach der Umfrage fürchten sich zwei Drittel der Leipziger vor einer Zunahme der Kriminalität. Vor allem ältere Damen fühlen sich nicht so wohl wie beispielsweise junge Männer. Jedoch fühlen sich die Leipziger grundsätzlich sicher in ihrer Stadt.

Zufrieden mit der Arbeit

72 Prozent der Einwohner sind der Meinung, dass sie Polizei gute Leistungen erbringe. Weshalb jedoch die restlichen 28 Prozent nicht zufrieden seien, geht aus der Umfrage nicht heraus. Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Ordnung, gibt zu, dass die Polizei teilweise nicht schnell genug arbeite:

Eine Erwartungshaltung gibt's ja trotzdem. Wenn ich die 110 anrufe, dass dann tatsächlich die Polizei zu dem Sachverhalt kommt, den ich dort anzeige. Das ist nicht zu jedem Sachverhalt.

Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Ordnung

Um dies zu verbessern, wäre es angebracht mehr Polizisten einzustellen. Dies sieht der Aktionsplan Polizei.Sachsen.2020 jedoch nicht vor: Es sollen eher Stellen gestrichen werden. Heiko Rosenthal ist der Meinung, dass die Einstellung von Polizisten zu langsam sei. Vor allem sei das Wachstum der Einwohner um 15000 Personen jährlich, mit den jetzigen Angestellten der Polizei nicht zu bewältigen.

Prävention an Schulen

Im vergangenen Jahr waren drei Viertel aller Straftaten in Leipzig Diebstähle und Betrugsdelikte. Überwiegend wurden Fahrräder gestohlen. Um diese zu bekämpfen sollen in Zukunft 20 neue Mitglieder beim Ordnungsamt eingestellt werden. Nach Angaben des Bürgermeisters für Ordnung solle eine Art Sondertruppe für Fahrraddiebstähle eingerichtet werden. Für die weitere Bekämpfung der Delikte sei eine couragierte Öffentlichkeit von Nöten. Hierfür sind Präventionskonzepte auch an Schulen geplant:

Auch noch einmal mit der schulischen Prävention auseinandersetzen das heißt ganz gezielt junge Menschen in Leipzig ansprechen zu sensibilisieren, was Vergehen und Verbrechen im Sinne des Strafgesetzbuches bedeuten. Aber gleichzeitig auch präventiv zu wirken, nicht Opfer zu werden.

Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Ordnung

Weitere Informationen können Sie im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Max Koterba nachhören:

1807_BmE_Max_Sicherheit
 

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Pia Ebeling
18.07.2017 - 19:07