Hochschulentwicklung

Freistaat kippt Stellenabbau

Können die sächsischen Hochschulen aufatmen? Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange hat dem Kabinett ihren Hochschulentwicklungsplan 2025 vorgelegt. Der soll ohne Stellenstreichungen auskommen und das Profil der Hochschulen im Freistaat schärfen.
Kann die Universität Leipzig aufatmen? Dem neuen Hochschulentwicklungsplan zu Folge entfällt der Stellenabbau.
Heute wird ein neuer Rektor für die Universität Leipzig gewählt

Ob die Transparente oder die aus Leipzig bekannten Fahrrad-Demonstrationen der Grund für das Umdenken sind, bleibt fraglich. In dem heute veröffentlichten Hochschulentwicklungsplan 2025 finden sich jedoch Eckpunkte wieder, die studentische Initiativen auch gefordert haben. 

Nicht nur der Abbau von 754 Stellen an den Hochschulen ist vom Tisch. Die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange stellte dem Kabinett heute ihre Pläne für die Umstrukturierung der hiesigen Hochschullandschaft vor. mephisto 97.6-Redakteurin Charlotte Schulze und Moderator Magnus Folten mit den Details:

mephisto 97.6 Redakteurin Charlotte Schulze zum Stellenabbau an sächsischen Hochschulen
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Profilbildung: Ja! Stellenabbau: Nein, oder?

Mit dem Hochschulentwicklungsplan 2025 bekommen unsere Hochschulen eine wirklich langfristige und sichere Perspektive. Erstmals seit 1990 ist die Planung nicht mit Stellenabbau verbunden, wenn wir uns mit den Hochschulen auf gemeinsame Ziele und Profile einigen.

Eva-Maria Stange (SPD), Wissenschaftsministerin

Das Ziel des Kabinettentwurfs ist klar: Das Fächerangebot soll erhalten, die Profile der einzelnen Hochschulen geschärft werden. Der im letzten Entwicklungsplan vorgesehene Stellenabbau ist eigentlich vom Tisch. Am Beispiel der Hochschule Mittweida lesen sich die Pläne jedoch weniger eindeutig: Zwar soll dort das Grundlagenfach Biologie zu Gunsten der Biotechnologie gestärkt werden. Mathematik, allgemeine Sprachwissenschaften und Indogermanistik sollen aber künftig nicht mehr angeboten werden. 

 

 

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Paul Hildebrand
16.03.2016 - 15:03
  Wissen

Stellenabbau, Umstrukturierungen, Unsicherheit: Die Hochschuentwicklung ist ein lang und viel diskutiertes Thema in der sächsischen Landespolitik:

Uni-Rektorin fordert Unterstützung der Politik

Die Rektorin der Universität Leipzig fordert mehr Unterstützung von der Landesregierung. Im Interview mit mephisto 97.6 sagte Beate Schücking, die Unterstützung sei essenziell für das Fortbestehen der Universität. Im Rahmen der Feier zum 605. Uni-Geburtstag begrüßte sie die Hochschulpolitik der neuen sächsischen Regierung. Diese hatte im Koalitionsvertrag festgelegt, dass weniger Stellen an Hochschulen gekürzt werden müssen, als bisher erwartet. Schücking sagte, dies sei ein großer Fortschritt. Sie sei sehr froh darüber, dass das im Koalitionsvertrag stehe. Es sei zwar noch nicht genau klar, wie es weiter gehe. Schücking hoffe aber, dass die Universität auch in Zukunft eine Volluniversität bleiben könne. Schücking sagte weiter, sie treffe sich morgen zum ersten Mal mit der neuen Wissenschaftsministerin.

mephisto 97.6-News, 02. Februar 2014