Arbeitskräftemangel bei der Polizei

Feldjäger als Polizisten

Der Polizei in Sachsen mangelt es momentan an kompetenten Mitarbeitern. Was dagegen tun? Innenminister Markus Ulbig schlägt vor, künftig ehemalige Feldjäger als Polizisten einzusetzen.
Polizeiautos
Die sächsische Landespolizei steht im Zugzwang

Der Haushalt der sächsischen Landesregierung für die kommenden zwei Jahre sieht unter anderem vor, mehr Stellen für die Polizei zu schaffen. Problematisch könnte diese Zielsetzung werden, da aktuell nicht einmal ausreichend kompetente Bewerber für die Ausbildungsstellen der Polizei vorhanden sind. So seien im Juni diesen Jahres allein schon 44 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. Das Innenministerium bemüht sich dennoch um Lösungsstrategien. Der sächsische Staatsminister des Innern und CDU Politiker Markus Ulbig unterbreitete den Vorschlag künftig ehemalige Feldjäger der Bundeswehr bei der sächsischen Polizei einzustellen, so berichtete MDR Aktuell.

Was sind eigentlich Feldjäger?

Derzeit verfügt die Bundeswehr über 3000 Feldjäger. Diese Ordnungstruppe erfüllt die Aufgaben einer Militärpolizei. Darunter wird beispielsweise der militärische Ordnungsdienst, der militärische Verkehrsdienst, sowie der Raum- und Objektschutz verstanden. Obwohl Feldjäger militärpolizeiliche Dienste ausführen, sind sie nicht mit der Bundes- oder Länderpolizei gleichzusetzen. Die Aufgabenausübung der Feldjägertruppe bezieht sich ausschließlich auf den militärischen Bereich. Demnach sind die Befugnisse der Bundes- und Landespolizei denen der Militärpolizei eindeutig übergeordnet.

Welche Alternativen gibt es?

Bisher ist der Einsatz von ehemaligen Feldjägern als Polizisten nur eine Idee, welche noch geprüft und erweitert werden muss. So äußerte die Opposition im sächsischen Landtag bereits Kritik. Der innenpolitische Sprecher der Grünen Valentin Lippmann bemerkte, dass Feldjäger über eine nicht ausreichende Ausbildung verfügen, um bei der Polizei zu arbeiten. Demnach wäre erst noch eine zumindest verkürzte Weiterbildung notwendig. Der SPD-Abgeordnete im sächsischen Landtag Albrecht Pallas macht deswegen auf alternative Lösungen aufmerksam. Um den Arbeitskräftemangel der sächsischen Landespolizei zu beheben, könnten laut Pallas entweder der Ruhestand weiter hinausgezögert, oder aber nichthoheitliche Aufgaben mit einfachen Angstellten besetzt werden. Die Grünen schlagen außerdem vor, den Polizeiberuf attraktiver zu bewerben und den Ausbildungskorridor zu vergrößern.

Woher diese Idee eigentlich kommt und weitere Hintergründe können Sie hier nachhören:

mephisto97.6 Redakteur Tim Vogel im Gespräch mit Moderator Javan Wenz.
1808 SG Aktuelles

Mecklenburg-Vorpommern als Vorbild?

Seit dem 1. August sind 12 ehemalige Feldjäger als Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Der Vorschlag ist also nicht der erste seiner Art. Momentan mangele es allerdings aber auch noch an der Nachfrage vonseiten der Feldjäger. Diese liegt laut dem Innenministerium nämlich noch im einstelligen Bereich.

Den Unterschied zwischen Wachpolizei und Feldjägern und weitere Hintergründe über den Einsatz der Feldjäger bei der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns erfahren Sie hier:

mephisto97.6 Redakteurin Sarah Emminghaus im Gespräch mit Moderator Lars Hendrik Setz.
 

 

 

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