Das lange Interview mit Thomas D

"Fanta Vier for ever, Baby!"

Thomas D ist den meisten als ein Teil von den Fantastischen Vier bekannt. Wir fragen ihn: Reden die Fanta 4 noch miteinander? Warum hat Smudo früher vor Auftritten gekotzt? Und warum wohnt Thomas D eigentlich auf einem Bauernhof?
Thomas D im Interview
Thomas D ist total gechillt durch das Interview gegangen

Vom Friseur zum Rapper

Geboren und aufgewachsen ist Thomas Dürr in Stuttgart. Nach seinem Schulabschluss begann er eine Ausbildung zum Friseur und wollte eigentlich einen fahrenden Friseursalon aufmachen, um damit Deutschland zu bereisen. Jedoch entdeckten er und sein Kumpel Michael Schmidt (besser bekannt als: Smudo) auf einer Reise durch die USA ihr Interesse an Deutsch-Rap. Später in Deutschland bildeten die beiden mit Michi Beck und And.Ypsilon die Fantastischen Vier. Mit dem Hit Die Da! kam 1992 der Durchbruch und eine bis heute andauernde Karriere startete. Nun gibt es die Band seit fast 30 Jahren. Eine Trennung war in all den Jahren nie wirklich ein Thema. Auf die Frage, ob es ein Erfolgsgeheimnis dafür gebe, antwortete Thomas D:

Wir sehen uns schon als eine Familie. [...] Wir holen uns gegenseitig runter. Ja, ich weiß was ihr denkt, wenn ich sage wir holen uns einen runter! Wir holen uns gegenseitig runter, jaja - wir sind vier Männer, vier Mann in einem Zimmer - was willst du da machen?!

Lektionen der Soloarbeit

Doch Thomas D ist mehr als nur ein Teil von Fanta 4. Als er sich 1997 eine Auszeit nimmt und diese für eine Reise mit dem Wohnmobil quer durch Deutschland nutzte, traf er auf verschiedene Künstler, wie Nina Hagen oder Die Ärzte. Darauf entstand sein erstes Soloalbum, welches schlichtweg den Titel Solo trug. Es folgten Lieder wie Rückenwind oder Liebesbrief und sein Kultalbum Lektionen in Demut. Das Gute an der Soloarbeit sei, dass er machen könne, worauf er "Bock hat":

Das Schöne daran ist, wenn man keinen Zwang hat Erfolg damit zu haben, weil das Überleben oder die Miete davon abhängt. So kann ich mich wahnsinnig frei bewegen. Ich bin mit meinen Soloalben immer eigene Wege gegangen.

Über den "M.A.R.S" und die Lyrik

Neben der Musik engagiert sich Thomas D viel für den Tier- und Klimaschutz, so war er unter anderem für Peta tätig. Er lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie auf einem Bauernhof in der Eifel, wo er vorher die Künstler-Kommune M.A.R.S. gegründet hatte. Er lebt seine Philosophie und verwirklicht sich selbst in einem alternativen Lebensstil. Aber auch in seiner Musik findet dieser einen Ausdruck. Dabei entstehen auch gesellschaftskritische Lieder. Für ihn sei Kunst eine gute Möglichkeit sich politisch zu positionieren:

Als Künstler hat man irgendwie zwangsweise eine Verantwortung, die mitkommt, weil viele Leute dir zuhören. Nun finde ich aber trotzdem, dass jeder Künstler die Verantwortung mit sich selber ausmachen muss und nicht verpflichtet sein sollte, man muss jetzt etwas rausgeben. [...] In seiner Kunst steckt die Message und er hat jetzt die Wahl, ob die nun politisch ist oder gesellschaftlich oder überhaupt relevant oder einfach nur Spaß.

Doch Thomas D macht noch mehr: Er ist zum Beispiel der Pate des Projektes Junge Dichter und Denker und versucht klassische Lyrik den Kindern und Jugendlichen näher zu bringen. Außerdem ist er Moderator der ARD-Reihe Wissen vor Acht-Natur.

mephisto 97.6 Moderator Paul Materne hat Thomas D getroffen und ihn gefragt, wie lange es Fanta 4 noch geben wird. Die Antwort darauf und wie er es findet, dass Detlef Soost ihm das "D" geklaut hat, können Sie im Interview nachhören:

mephisto 97.6 Moderator Paul Materne im Gespräch mit Thomas D von den Fantastischen Vier

Redaktion: Paul Materne, Sophie Rauch

0802 M19 mit Thomas D
 

Kommentieren

Sophie Rauch
08.02.2017 - 19:46
  Kultur