Infrastruktur

Fahrradverkehr in Leipzig

Das Bundesverkehrsministerium hat heute die fahrradfreundlichsten Städte 2016 gekürt. Leipzig liegt in der Umfrage unter den Top Ten, hat aber gerade im Bereich Sicherheit Nachholbedarf. Passend dazu fand am Freitag eine Demonstration statt.
Stadtradeln Leipzig
Leipzig kann seine Fahrradfreundlichkeit noch verbessern.

Das Bundesverkehrsministerium und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) haben heute die fahrradfreundlichsten Städte 2016 gekürt. Über 530 Kommune wurden in einer Bürgerumfrage zur Fahrradfreundlichkeit bewertet. Rund 120.000 Menschen nahmen teil und vergaben Schulnoten in Kriterien wie Sicherheit, Komfort oder Infrastruktur an die Städte. 

Leipzig liegt im Durchschnitt

Am besten schnitten Städte Münster (Gesamtbewertung: 3,07) und die ebenfalls im Münsterland gelegenen Städte Bocholt (2,29) und Reken (1,86) ab. Zusätzlich zu den „Spitzenreitern“ wurden auch die „Aufholer“ ausgezeichnet: Die Stadt Bochum hat demnach seit 2014 die meisten Verbesserungen in Sachen Fahrradfreundlichkeit erreicht.

Leipzig bekam für sein Fahrradklima insgesamt die Schulnote 3,7 und liegt damit auf Platz 9 der 39 Städte mit einer Einwohnerzahl über 200.000. Durchschnittlich wurden die Städte dieser Größe mit 3,9 bewertet. Besonders positiv wurde die schnelle Erreichbarkeit des Stadtzentrums in Leipzig bewertet, als besonders negativ der häufige Fahrraddiebstahl. Auch die Sicherheit beim Rad fahren wurde bemängelt. Leipzig erhielt in dieser Kategorie lediglich die Note 4,1.

Verbesserung nötig

Leipzig hat also Nachholbedarf. Nach dem Verkehrsbericht der Polizei Leipzig wurden in der Stadt fünf Radfahrer bei Verkehrsunfällen getötet. Des Weiteren wurden über 100 Radfahrer schwer und fast 800 leicht verletzt. Dies entspricht in etwa den Zahlen der Vorjahre. Besondere Gefahren für Radfahrer seien zugeparkte Fahrradspuren, so Alexander Bertram von der Leipziger Polizei. Außerdem würden Rechtsabbieger Fahrradfahrer leicht übersehen und durch die verschiedenen Arten von Radfahrern, zum Beispiel mit Anhänger sei es zudem schwierig einzuschätzen, wie breit die Radwege überhaupt sein müssen. Zum Ausbau der Infrastruktur für Fahrräder stellte die sächsische Landesregierung im vergangenen Jahr 8 Millionen Euro zur Verfügung. Leipzig nahm die Fördermittel jedoch aufgrund fehlender Planungskapazitäten nicht in Anspruch.

„Sicherheit für alle“

Auch der ADFC Leipzig e.V. und die Initiative Critical Mass Leipzig ist mit der Sicherheit der Radfahrer in Leipzig nicht zufrieden. Unter dem Motto „Sicherheit für alle - Hauptverkehrsstraßen für den rollenden Verkehr“ organisierten die Veranstalter am freitag, den 19.Mai 2017 zwischen 16 und 18 Uhr eine Demonstration, um auf die Verkehrslage an der Dresdnerstraße aufmerksam zu machen.  

Fahrraddemonstration
 

Durch parkende Autos ist der Platz für Radfahrer dort sehr eng und sie müssen ständig darauf achten, nicht in die Tramschienen zu geraten. Durch den Platzmangel verlangsamt sich außerdem der Straßenbahnverkehr, denn die Tram kann die Radfahrer im entsprechenden Abschnitt stadtauswärts nicht überholen. Etwa 20 Menschen erschienen zur Demonstration, die Autos hatten währenddessen Parkverbot. 

 

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Eine interaktive Karte zu dem Fahrradklima-Test finden Sie hier.