Schwarzfahren

"Fahrausweis? Hab ich gegessen!"

Wer hat es nicht schon mal getan? Schwarzfahren! Dabei entstehen den Verkehrsbetrieben oft Millionenschäden. mephisto 97.6-Redakteurin Ina Beyer hat mit der LVB gesprochen und dabei die kreativsten Ausreden herausfinden dürfen.
schwarzfahrer in Leipzig
Schwarzfahrer in Leipzig - Das wäre mit dem Bürgerticket bald nicht mehr möglich

Das Erschleichen von Leistung

Bis zu zwei Millionen Euro entgehen den Leipziger Verkehrsbetrieben laut Pressereferent Marc Backhaus jährlich durch Schwarzfahrer. Um dem "Erschleichen von Leistungen", wie es Juristen einordnen, Einhalt zu gebieten, sind in Leipzig täglich 22 Kontrolleure unterwegs. Diese haben im letzten Jahr fast 44.000 Schwarzfahrer erwischt. Das seien zwar 5000 weniger als 2012, aber immerhin machen die rund 1,35 Prozent der Fahrgäste aus. 

Kein leichter Job

Die Schwarzfahrer kämen dann mit zum Teil sehr kreativen Ausreden – zum Beispiel, dass sie den Fahrausweis gegessen oder aus dem Fenster geworfen hätten. Manchmal sähen sich die Kontrolleure sogar gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. 2013 habe es 16 Vorfälle gegeben.

Trotz schöner Ausreden müssen die Missetäter ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 40 Euro bezahlen. Nach Abzug der Verwaltungskosten kamen die LVB dadurch im vergangenen Jahr auf Einnahmen von rund 540.000 Euro. Das kompensiere den Schaden trotzdem nicht.

Sollte man tatsächlich seinen Fahrausweis bloß vergessen haben, darf man auf die Kulanz der LVB hoffen. Kann man den gültigen Ausweis nachreichen, werde dann gewöhnlich nur eine Bearbeitungsgebühr von 7 Euro erhoben.

 

Marc Backhaus, Pressereferent der LVB, im Interview mit Ina Beyer.
 

 

 

Kommentieren

Jonas Spekker
24.02.2014 - 15:46