Weltklimareport

Es ist noch nicht zu spät

Überschwemmungen, Dürren, Unwetter - dass der Klimawandel gravierende Folgen hat, ist nichts Neues. Um die Erderwärmung jedoch in global erträglichen Grenzen zu halten, muss sich etwas ändern - und zwar möglichst schnell. Leichter gesagt, als getan?
Man sieht einen Mann am Schreibtisch, vor einer Regalwand sitzen.
Thomas Bruckner, Professor für Energiemanagement und Nachhaltigkeit, arbeitete am Weltklimabericht mit.

Gestern ist in Berlin der letzte von den drei Teilen des Weltklimaberichts vorgestellt worden. Darin geht es um Maßnahmen gegen die Erderwärmung. Internationale Experten des Weltklimarates ICPP haben drei Jahre lang an dem Sachstandbericht, der das aktuelle Wissen über die Klimaveränderungen zusammenfasst, gearbeitet. Die ersten beiden Teile des Reports beschäftigten sich mit den Ursachen und Konsequenzen des Klimawandels.

Das Ergebnis des Berichts: noch ist es möglich, etwas gegen die Erderwärmung zu tun. Doch das erfordert eine umfassende internationale Energiewende. Denn fest steht schon heute: Wenn sich nichts ändert, wird die globale Mitteltemperatur bis 2100 um besorgniserregende 3,7 bis 4,8 Grad steigen.

CO2 Emissionen reduzieren

Davor warnt auch Thomas Bruckner, Direktor des Instituts für Infrastruktur und Ressourcen der Universität Leipzig, der als koordinierender Leitautor am dritten Teil des Berichts mitarbeitete. In seinem Kapitel geht es darum, wie im Bereich der Energieversorgungssysteme die CO2 Emissionen reduziert werden können. Er setzt dabei vor allem auf den Einsatz erneuerbare Energien. Diese seien technologisch bereits auf einem guten Stand. "Es kommt darauf an, die Anlagen jetzt billiger zu machen", sagt er. Denn wenn die Kosten sinken, wird der Klimaschutz bezahlbar. Außerdem schlägt er eine CO2-Abschaltung und -Speicherung im Boden vor. Diese neuartige Technologie werde derzeit noch erprobt, denn es müsse noch sichergestellt werden, dass das CO2 nach der Verpressung im Boden nicht wieder aus dem Gestein austritt.

Zwei-Grad-Ziel

Das offizielle Ziel der Vereinten Nationen im Kampf gegen den Klimawandel lautet jetzt, die globale Mitteltemperatur auf zwei Grad zu begrenzen. Dies sei "durchaus noch zu erreichen - mit einer großen gemeinsamen Anstrengung auf internationaler Ebene. Wir müssen aber wirklich sofort damit beginnen", so Thomas Bruckner. 

Der Weltklimabericht soll nun als Grundlage für internationale Klimaschutzverhandlungen dienen. Wie es genau weitergeht, hängt von der Politik ab. Bestenfalls ebnet der Sachstandsbericht den Weg für den Abschluss eines Weltklimavertrages 2015 in Paris.   

mephisto 97.6 Reporterin Stefanie Otto im Gespräch mit Thomas Bruckner, der am Weltklimabericht mitschrieb
 
 
 

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Pauline Bombeck
14.04.2014 - 20:18