Klimawandel

"Er ist gefühlt weit weg"

Trockenes Frühjahr, Hochwasser im Sommer - von einem Extrem ins andere. Sächsischer Klimawandel nennt sich das, womit sich Wissenschaftler ab heute auf den 10. „Annaberger Klimatagen“ beschäftigen. Doch welche Auswirkungen hat dieser?
Auch in Sachsen ist der Klimawandel angekommen

Der mephisto 97.6- Redakteur Paul Michaelides berichtet über die diesjährigen "Annaberger Klimatage": 

Ein Bericht von Redakteur Paul Michaelides über den Klimawandel in Sachsen
 

Noch im Dezember letzten Jahres trafen sich die Vereinten Nationen in Paris, um über den Klimawandel zu sprechen. Themen waren der Ausstieg aus der Energiegewinnung durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Außerdem ging es um die Reduzierung unseres Schadstoffausstoßes auf unter 2 Grad. Doch nicht nur auf internationaler Ebene beschäftigen sich Wissenschaftler und Politiker mit den Auswirkungen des Klimawandels. Auch im sächsischen Annaberg-Buchholz kommen sie schon zum 10. Mal auf Landesebene zusammen, um sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen. Denn auch im Freistaat macht er sich bemerkbar. Im Durchschnitt fallen laut Werner Sommer, Abteilungsleiter für Klimafragen beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), durchschnittlich 12 Prozent weniger Niederschläge zwischen April und Juni. In den heißen Sommermonaten jedoch habe sich die Anzahl extrem starker Regenfälle um knapp ein Fünftel erhöht.

Umgang mit den Auswirkungen vor Ort

Wie man in Sachsen auf das sich verändernde Klima reagieren könnte, darüber diskutieren nun Klimawissenschaftler mit Vertretern von Kommunen, Behörden, Bildungseinrichtungen, Kammern und Unternehmen. Die "Annaberger Klimatage" finden seit 2001 im Zweijahresrhythmus statt. Diesjährige Themen sind der Einfluss des Mittelgebirges auf das sächsische Klima, sowie die Entwicklung der Trockenheit und des Hochwassers in einigen Gebieten Sachsens. Die Idee dahinter sei nach Sommer, Entscheidungsträgern deutlich zu machen, wie man mit den Auswirkungen vor Ort umgehen könne. 

Beim Thema Klimawandel steht häufig der globale Aspekt im Vordergrund- das können viele Menschen aber schlecht einordnen. Zudem ist es gefühlt weit weg.

Werner Sommer vom Sächsischen LfULG 

Auch Johannes Quaas, Professor der theoretischen Meteorologie an der Leipziger Universität, macht Ziele des Klimaschutzes deutlich. Er sieht vor allem die Reduzierung der Verbrennung von fossilen Brennstoffen als wichtig an und betont, dass man direkte Auswirkungen oft in Städten wie Leipzig nicht gleich sehe. Hauptfaktoren der Verbrennung seien hier die Gebäudeheizung, die Produktion von Konsumgütern und der Stadtverkehr. Laut Quaas müssten nun die Bürger die Verantwortung tragen.

Jeder Einzelne trifft die Entscheidung.

Johannes Quaas, Professor der theoretischen Meteorologie an der Universität Leipzig

 

Erwartet werden bei den "Annaberger Klimatagen" wie in den Vorjahren rund 120 Teilnehmer. Auf dem Tagungsprogramm stehen zusätzlich Witterungsextreme, Hochwasserschutz und wie man klimatische Auswirkungen in Sachsen auch mehr in den Schulunterricht einfließen lassen könnte. 

 

 

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Sarah Bötscher
10.05.2016 - 19:12
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