LARP

Einmal Ritter sein...

Gegen ein böses Monster kämpfen? Eine Jungfrau aus den Klauen eines fiesen Bösewichts retten? Der strahlende Beschützer eines Dorfes sein? Das alles ist nicht nur im Film möglich, sondern auch beim LARP.
Zelte auf einer LARP-Veranstaltung
Zelte auf einer LARP-Veranstaltung

Aus den Schatten eines Waldes tritt eine Gruppe von Menschen auf eine Wiese. Merkwürdiges Geklapper begleitet sie. Sie alle sind in mittelalterliche Stahl - und Lederrüstungen gehüllt und halten ihre Waffen bereit. Auf der anderen Seite der Wiese steht schon eine andere, ähnlich große, ähnlich gekleidete Gruppe. Gebrüll schallt über die Wiese, als die beiden Gruppen ihren Sturmlauf aufeinander beginnen.

Das Grundwissen

Was anmutet wie eine Szene aus einem Film, kann auch am eigenen Leib erfahren werden. Und zwar beim LARP. LARP ist die Abkürzung für "Live Action Role Play" oder, auf deutsch, "Live Aktion Rollenspiel". Beim LARP kann das erlebt werden, was man sonst nur aus Filmen und Büchern wie "Der Herr der Ringe" kennt. Am besten kann man LARP als eine Art von Improvistaionstheater beschreiben. Man überlegt sich eine Rolle und spielt diese dann. Beim LARP gibt es viele verschieden Arten von Settings. Am bekanntesten ist wohl das Mittelalter, oft auch mit Fantasy-Elementen durchsetzt. Dabei sind alle Rollen möglich. Vom Ritter in strahlender Rüstung bis hin zum Bauern mit der Mistgabel. Wenn Fantasy-Elemente erlaubt sind, finden sich auch häufig Elben, Orks und Zauberer. Es gibt aber auch Veranstaltungen, die sich ein anderes Thema suchen. So gibt es zum Beispiel auch postapokalyptische Welten oder Veranstaltungen, in denen es nur Vampire gibt.

Norman in seiner Rolle als Elb
Norman in seiner Rolle als Elb

 

Con? Was ist das denn?

LARP-Veranstaltungen werden "Con", eine Kurzform des englischen Wortes "Convention" für "Veranstaltung", genannt. In Deutschland gibt es vor allem viele kleine und mittlere Cons mit einer Größe zwischen 10 und 300 Spielern. Aber es gibt auch einige große Cons in Deutschland, auf denen sich auch schonmal bis zu 3000 Spieler tummeln können. LARP-Vereine veranstalten diese Cons und suchen dafür stimmige Umgebungen aus. Dazu zählen oft Wälder oder Wiesen mit ein paar Hütten, eine Burg oder auch ein Schloss. Auf diesen Cons wird dann eine Geschichte gespielt, die zwar in einem groben Rahmen von den Organisatoren festgelegt ist, die die Spieler aber völlig frei beeinflussen können. Dabei wird gehandelt und verhandelt, geredet, aber auch gekämpft. Vor allem die Kämpfe erfordern oft ein zusätzliches Regelwerk, das Lebenspunkte, Schaden durch Schwerter und ähnliches erklärt. Viele dieser Regelwerke legen Wert auf Authentizität. Das bedeutet, dass der gespielte Charakter auch nur so gut mit dem Schwert kämpfen kann, wie man es selbst auch kann. Viele LARPer treffen sich deswegen auch außerhalb von Cons um an ihren Kampffertigkeiten zu feilen. Cons bestehen aber nicht nur aus Kämpfen. Es gibt auch Veranstaltungen, die gänzlich ohne Kämpfe auskommen. Auf ihnen werden dann meist Ratssitzungen oder ähnliches gespielt.

Nur was für Nerds?

Natürlich ist LARP nichts für jedermann. Aber LARPer sind auch keine eingeschworene Gemeinde. Viel eher sind sie als Verein zu betrachten, bei denen man immer mitmachen kann, solange man das Interesse und die Motivation mitbringt. Allerdings ist LARP nicht weit verbreitet, gerade weil es dieses Image einer eingeschworenen Gemeinde mit sich herumschleppt. Dadurch ist es für Interessenten schwierig, sowohl an Informationen, als auch an Spielvereinigungen zu gelangen.

 

Norman Leyda spricht über seine LARP-Erfahrungen.
Norman Leyda spricht über seine LARP-Erfahrungen
 

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Michael Buchweitz
10.11.2014 - 11:28

Neugierig geworden? 

Unter anderem auf dieser Website gibt es eine Übersicht über die Welt des LARP in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. Der Spielraum LE ist auf den Leipziger Raum spezialisiert. Eine bekannte LARP-Veranstaltung im Raum Sachsen ist das Karys.