Künstlerportrait

Eines Abends der Tag

Auf dem Campusfest waren The Day einer der Favoriten der Musik-Redaktion. In einem spontanen Interview erzählt die 'Fernbeziehungs-Band', wer sie sind, was sie so machen und wer ihre musikalischen Vorbilder sind.
The Day
Strangers With Familiar Faces

Eines Tages kam der Tag, da gründete sich die Band „der Tag“. Naja, auf Englisch heißen sie „The Day“ und sind ein Musiker-Trio. Ihre Musik ist sphärisch und eher ruhig - obwohl das so gar nicht geplant war. Über ihren musikalischen Weg haben sie nie groß nachgedacht. Sie haben sich einfach zusammengesetzt und Musik gemacht, und das anfangs noch zu zweit:

Wir haben uns in Arnheim in Holland auf der Musikhochschule kennengelernt. Das ist schon 'ne Weile her, wir haben letztens gemerkt, dass wir uns 10 Jahre schon kennen. Und ja, dann erst ganz klein angefangen, mit Bass, E-Bass und Gesang und dann wurde es immer größer und größer und mehr Instrumente dazu - ja - bis jetzt. Dass wir jetzt zu dritt sind, hat sich einfach so entwickelt über die Jahre.

The Day würden gerne mit Bands wie Daughter, Sigur Ros oder Bon Iver in einem Satz genannt werden. Diese Musiker verbinden melancholische, ruhige Klängen und laute Passagen, in denen sich die Musik entlädt. So ähnlich ist das auch bei The Day. Im Vergleich zu Bon Iver und Sigur Ros klingen sie aber doch poppiger.

Unter ihren eigenen Songs bezeichnen sie ihre neue Single „Golden Arms“ als ihr derzeitiges 'Baby'. Für das Video zum Song hat die Band selbst Regie geführt. Selbst gedreht sind auch die Filme, die die Band während ihrer Live-Shows auf der Bühne zeigt. Was es mit diesem Show-Element auf sich hat, erklärt Gitarrist Gregor:

Wir zappeln nicht so wild rum. Wir sind eher introvertiert und möchten das eigentlich auch bleiben, zumindest auf der Bühne. Wir möchten halt, dass die Leute eintauchen können, wie in 'nen Film eben. Und das haben wir rausgefunden, dass bei uns die Kombination aus Musik und Bild unheimlich gut funktioniert und dann haben wir das halt weiter ausgebaut.

Gregor, Gitarrist bei The Day

 

Sängerin Laura wohnt in Holland, Gitarrist Gregor in Deutschland. The Day haben einen Proberaum in Dortmund, in dem sie bisher ihre Aufnahmen gemacht haben. Obwohl die Mitglieder immer noch in unterschiedlichen Städten aktiv sind, ist die Band optimistisch, dass die Entfernung keine Probleme für die gemeinsame Kreativität darstellt. 'Fernbeziehungs-Bands' findet man heutzutage ja auch immer häufiger. Bereits in diesem Jahr stellten sie unter Beweis, wie gut ihre Bandaufteilung funktioniert.

Im Herbst wird eine weitere EP von The Day erscheinen, ein Album soll im nächsten Jahr folgen. Auch für die Zukunft hat die Band bereits eine "konkrete" Vorstellung -  sie verraten, wo sie sich in 10 Jahren sehen:

 Immernoch hier in Leipzig – Leipzig ist doch der Hammer, ja klar, gerne wieder in Leipzig.

 

 

 

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Gesa Koy
04.07.2016 - 13:41
  Kultur