Konzertbericht: Prinz Pi

Eine Zeitreise mit Prinz Pi

Friedrich Kautz alias Prinz Pi erlebt dieses Jahr gleich zwei einschneidende Erlebnisse: einerseits hat er geheiratet, andererseits wird er 40 Jahre alt. Grund genug, bei seinem Konzert die besten Werke seiner Karriere nocheinmal aufleben zu lassen.
Prinz Pi performt im Felsenkeller.
Prinz Pi im Felsenkeller.

Freitag, 19 Uhr. Die Tore des Felsenkellers sind bereits geöffnet und die Besucher strömen in den historischen Konzertsaal. Die Kronleuchter an der Decke tauchen den Saal in warmes Licht. Die ersten Zuschauer versammeln sich vor der Bühne, es sind viele junge Frauen, aber auch einige Männer. Zwischen Bühne und Bar steht Celine. Sie ist das erste Mal bei einem Konzert von Prinz Pi. Seine Musik hingegen hört sie schon lange. Sie freut sich vor allem auf die alten Lieder, die Songs aus diesem Jahr findet sie „zu Mainstream“. Besonders gespannt ist Celine auf das Lied „Laura“. Es handelt von Prinz Pi`s Exfreundin, die sich selbst umbrachte. Celine kullern bei diesem Lied oft die Tränen, sie kann sich gut vorstellen, dass es auch heute so sein wird.

Dann, pünktlich um 20 Uhr geht es los. Der Berliner Rapper „Gozpel“ heizt die Konzertbesucher an. Auch wenn viele seine Lieder noch nicht kennen, gehen die ersten Hände begeistert nach oben. Spätestens als er die Bühne nach 25 Minuten verlässt, sind alle Besucher bereit für Prinz Pi.

Und dann kommt er. In weißem T-Shirt, beiger Stoffhose und Cap tritt Prinz Pi auf die Bühne. Der Saal bebt wortwörtlich, der Bass zieht durch den ganzen Körper. Leider macht es die Lautstärke schwer, die Texte zu verstehen, aber das tut dem Konzert keinen Abbruch. Viele singen mit oder bewegen sich zur Musik. Es ist schön, dass mehr Hände als Handys Richtung Bühne zeigen.

Als sich das Konzert dem Ende zuneigt, kommt endlich das Lied „Laura“, auf das Celine den ganzen Abend gewartet hat. Und sie hat recht: Es ist sehr emotional, Gänsehaut breitet sich auf dem ganzen Körper aus.

In dieser emotionalen Stimmung verlässt Prinz Pi die Bühne. Doch er kommt noch einmal zurück, er will den Kreis schließen. Deshalb spielt er seinen neusten Song „Heimweg“ und direkt danach seinen ersten Song „Keine Liebe“. So gelingt es ihm, bei seinem „Best-Of“ Konzert jedes Gefühl, welches durch seine Lieder vermittelt wird, bei den Fans abzurufen. Von Trauer über Freude bis hin zu Nostalgie ist alles dabei.

Krönender Abschluss ist der treibende Song „Gib dem Affen Zucker“.  Die Zuschauer formen mit der linken Hand eine Faust und performen das Lied gemeinsam mit Prinz Pi. Sie hüpfen, sie feiern und lassen den Abend ausklingen.

Um 22:15 ist die Show vorbei. Vom Tanzen verschwitzt, aber glücklich, verlassen die Zuschauer den Felsenkeller.

 

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Friedrich Kautz begann seine Karriere als Prinz Porno bereits vor über 20 Jahren. Damals machte ihn besonders das Lied „Keine Liebe“ in der Rap-Szene Berlins bekannt. Seither veröffentlichte er seine Lieder unter verschiedenen Pseudonymen; Prinz Porno und Prinz Pi blieben dabei bis heute bestehen. Am 13. Dezember 2019 wird er unter beiden Künstlernamen neue Alben veröffentlichen: „Wahre Legenden“ als Prinz Pi und „Mit Abstand“ als Prinz Porno.