Jugendparlamentswahlen in Leipzig

Eine Stimme für die Jugend

Ende dieses Monats sind wieder Jugendparlamentswahlen hier in Leipzig. Doch was ist das eigentlich, dieses Jugendparlament?
Bild mit bunten erhobenen Händen. Titel: Jugendparlamentswahlen vom 22. bis zum 29. März in Leipzig
Anstehende Jugendparlamentswahlen

Ich hab immer das Gefühl, dass Politik als etwas sehr weit Entferntes und sehr Großes empfunden wird. Und das ist es gar nicht.

William Rambow, DIE LINKE

Kompliziert und für Erwachsene - das trifft die Empfindung, die man als jugendliche Person gegenüber der Politik hat wohl ganz gut. Um diesbezüglich mitreden zu können, hat man manchmal das Gefühl, brauche es zwangsläufig ein umfassendes Allgemeinwissen über aller Parteien und deren Ziele. Doch Politik ist greifbarer als man vermutet, eben auch für Jugendliche. Ende dieses Monats, vom 22. bis zum 29. März 2021, sind wieder Jugendparlamentswahlen hier in Leipzig. Doch welche Funktion hat das Jugendparlament und was bedeutet es für die Stadt Leipzig?

Struktur des Jugendparlaments

Das Jugendparlament unterscheidet sich von regulären Jugendparteien hinsichtlich seines direkten Kontakts zum Stadtrat. Es repräsentiert die 14- bis 21-jährigen Leipziger:innen und vertritt ihre Meinungen und Interessen gegenüber der Stadtverwaltung und dem Stadtrat. Das tut es in Form von Anträgen, die über den Jugendbeirat, in dem Mitglieder des Jugendparlaments und des Stadtrats vertreten sind, zum Stadtrat eingebracht werden. Dieser Prozess klingt natürlich etwas kompliziert. Wohingegen sich beim Jugendparlament einzubringen alles andere als kompliziert ist. Als Mitglied kandidieren kann nämlich grundsätzliche jede:r Leipziger:in im Alter von 14 bis 21 Jahren. Zwar ist es sinnvoll politisches Interesse mitzubringen, doch eine genaue politische Richtung oder gar eine Parteimitgliedschaft ist nicht nötig. 

Das Jugendparlament vertritt alle Jugendlichen ab 14 Jahren. Das ist ja wirklich noch so jung, dass man sich da vielleicht noch nicht entscheiden kann, entscheiden möchte, in welche politische Richtung es gehen soll.

Annegret Janssen, Vorsitzende des Jugensbeirats

Nicht nur als internes Mitlied des Jugendparlaments hat man die Möglichkeit, sich einzubringen. Auch von außerhalb kann man Anträge stellen, die dann womöglich in den Sitzungen mitdiskutiert werden. Die Sitzungen sind im Übrigen öffentlich - als außenstehende Person hat man also die Option, sich einfach mal dazuzuschalten und mitzudiskutieren. William Rambow, Mitglied des Stadtrats der Fraktion DIE LINKE erläuterte, dass die Anträge, die das Jugendparlament stelle, oft auch eine gute Chance hätten, angenommen zu werden. 

Ausruf des Klimanotstandes

Die Ausrufung des Klimanotstandes ging auf einen Antrag des Jugendparlaments zurück und der hat im Stadtrat einen großen Anklang gefunden.

Vicki Felthaus, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Jugend, Schule und Demokratie

Umweltschutz ist beispielsweise ein Thema, welches zwar vielen am Herzen liegt, aber vor allem von Jugendlichen in den Angriff genommen wird. Das lässt sich klar und deutlich an der Ausrufung des Klimanotstandes am 30. Oktober 2019 hier in Leipzig erkennen. Dieser Antrag stellt fest, dass die Maßnahmen, die bisher gegen den Klimawandel getroffen wurden, nicht ausreichen. Seit der Ausrufung wird bei jedem Antrag des Stadtrats oder auch des Jugendparlaments genau geguckt, welche Auswirkungen dieser Antrag auf die Erreichung Klimaziele der Stadt Leipzig hat und wie man Veränderungen für die Stadt möglichst umweltfreundlich umsetzen kann. Beispielsweise bei der Anschaffung von Fahrzeugen wird diskutiert, ob ein Elektroauto eine Alternative zu einem regulären Fahrzeug sein könnte. Frau Janssen, Vorsitzende des Jugendbeirates, erklärte in einem Interview, dass sich das Jugendparlament insgesamt stark für die Umwelt einsetze: Fahrradstraßen, mehr Mülleimer, solche Dinge stünden ganz oben auf der Agenda für ein grüneres Leipzig. 

Eine Stimme der Jugend im Stadtrat zu haben, darauf sollte man keinesfalls verzichten. Denn gerade solche Themen, mit denen besonders junge Menschen in ihrer Zukunft zu kämpfen haben werden, bekommen durch das Jugendparlament ein besonderes Gehör. Jugendliche bringen eine ganz andere Sicht auf gewisse Themen zur Diskussion und beschäftigen sich häufig mit Dingen, die womöglich von anderen außen vor gelassen würden. 

Wählen, wählen, wählen!

Damit die Ideen der jungen Jugendlichen möglichst gut vertreten werden können, ist es wichtig, dass sich vom 22. bis zum 29. März möglichst viele Menschen bei der Wahl der Kandidierenden des Jugendparlaments beteiligen. Frau Janssen erläuterte, dass das Jugendparlament außerdem noch ernster genommen würde, wenn wirklich deutlich wäre, dass es für die Interessen vieler Personen eintrete. Auf der Website https://jugendparlament.leipzig.de/ueber-uns/mitglieder/ kann man sich über die Kandidierenden informieren. Die tatsächliche Wahl findet auf der Website www.jugendparlament.leipzig.de statt. Dort können die 14- bis 21-jährigen Leipziger:innen ihre Stimme abgeben. Die genauen Zugangsdaten wurden an alle Wahlberechtigten per Brief verschickt.   

 

Über dieses Thema haben wir auch in unserem Podcast „Radio für Kopfhörer” gesprochen. Den gibt’s hier:

Das Jugendparlament Leipzig - ein Beitrag von Carlotta Sohns

Moderatorin Gloria Weimar, Redakteurin: Carlotta Sohns, Interviewpartner:innen: Annegret Janssen, Vicki Felthaus, William Rambow

Jugendparlament SG   

 

 

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