Stadt teilen: Gohlis

Eine Karli in Gohlis?

Noch ist die Georg-Schumann-Straße vielen zu laut und unattraktiv. Mit Entschleunigung und Kultur soll die Straße wieder ansprechender werden. Doch nicht alle sind überzeugt von dem Konzept.
Die Georg-Schumann-Straße
Die Georg-Schumann-Straße

Kennen Sie die längste Straße Leipzigs? Früher eine Geschäftsstraße ist sie heute überwiegend eine laute Verkehrsstraße. Doch das soll sich wieder ändern. Die Georg-Schumann-Straße verläuft quer durch Gohlis und weitere Stadtteile Leipzigs. Vor 30 Jahren war sie noch eine lebendige Geschäftsstraße. Heute ist die Magistrale, also Hauptverkehrsader, mehr eine laute Schnellstraße, auf der sich kaum jemand mehr wohlfühlt. Zu laut, zu schnell, zu wenig los. Auch wenn genügend Wohnraum vorhanden ist, lockt die Georg-Schumann-Straße nicht. Zurzeit prägen viel Verkehr und kaum interessante Geschäfte das Straßenbild. Der Magistralenrat Georg-Schumann-Straße setzt sich für eine Wiederbelebung der Straße ein.

Wir wollen keine Rennstrecke, sondern wir wollen eine entschleunigte Straße, die auch mal einlädt zu halten, ein Café zu besuchen oder flanieren zu gehen.

Hans-Georg Herold, Mitglied des Magistralenrats Georg-Schumann-Straße und des Bürgervereins Gohlis

Die Neugestaltung der Straße gestaltet sich schwierig

Auch der Stadtrat beschäftigte sich mit den verschiedenen Anforderungen der Verkehrsteilnehmer und beschloss vor Kurzem den neuen Stadtentwicklungsplan Verkehr. Dieser sieht vor, die Straßen Leipzigs vor allem für Fußgänger und Radfahrer freundlicher zu gestalten. Das wurde in der Georg-Schumann-Straße teilweise schon umgesetzt. CDU Mitglied Konrad Riedel kritisiert, dass damit Autos auf das Gleisbett der Straßenbahnen gedrängt würden. Für ihn haben Fußgänger oberste Priorität im Straßenverkehr.

Wenn ich die Straße damit entschleunige, dass ich die Straßenbahn behindere, ist das nicht sehr zielstrebig, denn wenn man den Autoverkehr senken will, muss man den öffentlichen Nahverkehr attraktiv machen.

Konrad Riedel, CDU Mitglied

Hans-Georg Herold findet solche Kritik unberechtigt, da es in der Georg-Schumann-Straße kaum Behinderungen des ÖPNVs gäbe. Für ihn ist es wichtiger, die Straße für Bewohner und auch für Besucher attraktiver zu machen. Das gestaltet sich jedoch schwierig. Ideen sind da – doch das Geld fehlt. Saniert werden kann die Georg-Schumann-Straße bisher nur in Abschnitten und Investoren sind zurückhaltend. Herold sieht die Lösung in der Ansiedlung von Geschäften und Kultur:

Man muss ganz einfach sehen, dass mehr Geschäfte dort öffnen. Spezielle Dinge auch. Man muss es bekannt machen, was wir zum Beispiel mit der Nacht der Kunst machen, wo also in den leer stehenden Geschäften Kunstausstellungen sind.

Hans-Georg Herold, Mitglied des Magistralenrats Georg-Schumann-Straße und des Bürgervereins Gohlis

Eine Karli des Nordens wird die Georg-Schumann-Straße wohl nicht werden, doch das Potenzial zu einer lebendigeren Straße, in der man sich wieder gerne aufhält, hat sie allemal.

Die Entwicklung der Georg-Schumann-Straße – ein Beitrag von Tammo Walter (Sprecher) und Simon Köppl
BME-Georg-Schumann-Straße-Tammo

 

 

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