Moscheebau in Gohlis

Eine Frage der Akzeptanz

Bisher hatte sich die CDU bisher in der Debatte um die geplante Moschee in Gohlis zurückgehalten. Nun bezog Robert Clemen, Vorsitzender des Kreisverbands der Leipziger CDU, Stellung: „Den beabsichtigten Standort sehen wir als problematisch an."
Das Baugelände für die geplante Ahmadyyia-Moschee in Gohlis

In dem Bereich der Georg-Schumann-Straße gebe es viele Anwohner, die bisher kaum mit multikulturellen Traditionen konfrontiert wurden, sagte Clemen. Die neue Moschee als Anlass zu nehmen, sich mit der Frage des Zusammenlebens verschiedener Kulturen zu beschäftigen, sieht er kritisch: „Man sollte die Menschen wenig dazu zwingen, irgendwas zu tun. Das haben einige Regime vor uns probiert, aber wir leben in einer Demokratie und müssen dazu bereit sein, Meinungen von Menschen zu akzeptieren“.

Stadtteile mit mehr Aufnahmebereitschaft

Clemen geht davon aus, die Bewohner der Georg-Schumann-Straße seien nicht bereit, neue Kulturbereiche kennenzulernen. Er begründet diese Annahme mit Gesprächen mit CDU-Anhängern aus der Gegend. Sie seien auf ihn zugekommen, um ihn darauf hinzuweisen, dass es in anderen Stadtteilen weniger Konfliktstoffe geben könne. Es sei zu prüfen, ob es andere Stadtteile gebe, in denen mehr Aufnahmebereitschaft herrsche. Als geeigneter für das Bauvorhaben sieht Clemen den Osten und Süden der Stadt an.

Als wichtig für die Entscheidung über einen endgültigen Standort hält Clemen auch die Verteilung der Religionsgemeinschaften in der Stadt: „Es kommt auf das Verhältnis von Christen, Juden, Muslimen und Atheisten an. Daran sollte festgemacht werden, wo die Moschee gebaut wird.“

Leipzigs Wirtschaft wächst, internationale Unternehmen locken auch internationale Mitarbeiter an. Die CDU jedoch sieht dies nicht als Grund, dass auch muslimische Gebetsstätten vermehrt in den öffentlichen Raum gerückt werden müssen. Die bestehenden Leipziger-Moscheen im „halböffentlichen Raum“ lobte Clemen gegenüber mephisto 97.6 als unproblematisch.

 

Warum die CDU den Standort der Moschee in der Georg-Schumann-Straße für problematisch hält, erklärte Robert Clemen im Interview.

 

 

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Laura Kneer
04.02.2014 - 08:33