Ägyptologie

Eine erfolgreiche Ausgrabung zum 40.

Das Ägyptische Museum Georg Steindorff feiert sein 40-jähriges Jubiläum seit der Wiedereröffnung. Passend dazu kehren der Kurator und sein Team von Studenten von ihrer erfolgreichsten Ausgrabung seit Jahren zurück.
Prof. Dr. Elke Blumenthal bei der Wiedereröffnung des Museums am 12. Mai 1976.
Prof. Dr. Elke Blumenthal bei der Wiedereröffnung des Museums am 12. Mai 1976.

Die Sammlung des Ägyptischen Museums hat viel erlebt. 1943 fielen Bomben in das damalige Museum und zerstörten rund 3000 Exponate. Ein Großteil der erhaltenen Stücke wurde von der Roten Armee verschleppt und erst viele Jahre später zurückgegeben. Zu DDR-Zeiten musste sogar das ganze Ägyptologische Institut um seine Existenz bangen. Vor 40 Jahren, im Mai 1976, konnten die verbliebenen 7000 Exponate nach langer Zeit wieder in vollem Umfang der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. An diese abenteuerliche Geschichte erinnerte in der vergangenen Woche der Kurator Dr. Dietrich Raue und seine Kolleginnen und Kollegen.

Passend zum Jubiläum der Wiedereröffnung konnte das Ausgrabungsteam um Raue bei der letzten Grabungsaktion mit besonders vielen und hochwertigen Funden aufwarten. Im Nordosten Kairos legen die Forscher derzeit zusammen mit ägyptischen Kollegen Überreste der Tempelanlage von Heliopolis frei. Laut der altägyptischen Mythologie ist das der Schöpfungsort der Welt und Sitz des Sonnengottes Re. Fast alle Pharaonen waren hier mit einem oder mehreren Tempeln vertreten.

Etwas, das fürs Leben prägt

Bei dieser Kampagne begleiteten die Studenten Klara Dietze und Stephanie Schulz die Ausgrabungsarbeiten. Die angehenden Ägyptologinnen leiteten dabei ihren eigenen Abschnitt.

Es ist eine Riesenverantwortung, die man da trägt,aber es ist natürlich eine wunderbare Erfahrung und eine Sache, an die man sich immer erinnern wird und die uns für unser Leben auch prägt.

Klara Dietze

In Klaras und Stephanies Abschnitt vermuten die Forscher einen Wirtschaftskomplex. Hier haben die Studentinnen vor allem Amulette und andere Arbeiten aus Fayence (Keramik) und metallene Götterstatuen gefunden. Wie auch andere Ausgrabungsbereiche, war ihr Abschnitt in der letzten Grabungssaison besonders ergiebig. Auch an der nächsten Ausgrabungszeit im Herbst werden die beiden Studentinnen wieder teilnehmen.

Mephisto 97.6-Reporter Dennis Blatt über das Jubiläum des Ägyptischen Museums und die neuen Funde aus Kairo
Mephisto 97.6-Reporter Dennis Blatt über das Jubiläum des Ägyptischen Museums und die neuen Funde aus Kairo

 

Die Arbeiter aus Koptos (Kuft) mit dem gefundenen Relief der geographischen Prozession
Die Arbeiter aus Koptos (Kuft) mit dem gefundenen Relief der geographischen Prozession

Die Arbeiter aus Koptos (Kuft) mit dem gefundenen Relief der geographischen Prozession 

 

Kommentare

So sinnvoll und für die Forschung wichtig die Arbeit der hiesigen ÄgyptologInnen auch sein mag, finde ich es eine völlig falsche und an den Kolonialismus früherer Zeiten erinnernde Praxis, in fernen Ländern Ausgrabungen zu machen, um die Exponate dann (dauerhaft) hier (und anderswo in der westlichen Welt) in Museen zu zeigen. Kulturschätze sollten keine Handelsware sein und sie gehören auch nicht den WissenschaftlerInnen, die sie ausgraben, sondern den Menschen, die Nachfahren der ProduzentInnen der Exponate sind. Und ich weiß auch, dass sich die Praxis geändert hat, dennoch muss das auch beim Rückblick auf das ägpyt. Museum Leipzig mitbedacht werden.

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