Mobilität

Eine Busfahrt, die ist lustig

Aber auch möglichst billig soll sie sein. Fernbusse wollen diesem Wunsch der Fahrgäste nachkommen. Dabei verdrängen sie allerdings mehr und mehr die Bahnunternehmen. Der Konkurrenzkampf ist entbrannt...
Busse in der Leipziger Goethestraße

Morgen spontan nach Rügen und keine Lust auf die Preise der Bahn? Hier kommt oft der Fernbus ins Spiel. Mit über 270 Verbindungen in Deutschland ist das Netz der Anbieter weitläufiger denn je.

Mautgebühr für Fernbusse?

Auch die Bahn deckt natürlich ein großes Gebiet ab. Unternehmen wie Veolia Verkehr müssen dafür allerdings Gebühren zahlen – und das nicht zu knapp. Laut Geschäftsführer Christian Schreyer fallen allein bei einer Fahrt von Leipzig nach Rostock 1700 Euro Gebühren an. Das Geld geht an zwei Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn. Dass Fernbusse die Autobahnen kostenlos nutzen dürfen, beantwortet er mit einer klaren Forderung.

"Das Verkehrsministerium, dem obliegt es, eine entfernungsabhängige Autobahnmaut für Busse einzuführen. Ich meine, bei uns in Deutschland wird darüber diskutiert, eine Autobahnnutzungsgebühr für ausländische Privatfahrzeuge einzuführen, aber kein Mensch diskutiert darüber, rein gewerbliche Nutzer der Straße zur Kasse zu bitten."

Wer das natürlich ganz anders sieht, sind die Busunternehmen. MeinFernbus, Flixbus und all die anderen Anbieter überbieten sich gegenseitig mit niedrigen Ticketpreisen – und wollen das auch weiterhin tun können. Mit einer Bus-Maut müssten sie die Preise allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit erhöhen. Katharina Fliß von Flixbus findet die Forderungen ungerechtfertigt. 

"Laut eines Gutachtens des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung leisten die Fernbusse 300 Prozent ihrer Infrastrukturkosten auf der Autobahn zum Beispiel durch das Tanken und auch durch die Kfz-Steuer. Und das sind eben auch Steuereinnahmen, die teilweise reinvestiert werden in das Schienennetz der Bahn."

Kleiner Preis, lange Fahrzeit

Mittlerweile spielt Veolia Verkehr mit dem Gedanken, den Verkehr des Interconnex zwischen Leipzig und Rostock einzustellen. 2013 habe es einen Einbruch der Passagierzahlen um 16 Prozent gegeben. Gewisse Vorteile der Fernbusse sind natürlich offensichtlich. Auf vielen Linien muss nicht umgestiegen werden, wodurch auch verpasste Anschlusszüge kein Problem mehr sind. Allerdings dauert die Fahrt mit dem Bus wesentlich länger als mit dem Zug. Auch Staus können natürlich nicht immer ausgeschlossen werden. Letztendlich muss allerdings jeder Fahrgast selbst entscheiden, ob er in den Fahrtstunden im Bus ein gutes Buch lesen möchte oder ob Zeit eben doch Geld ist. 

Ein Beitrag von Alexandra Huth.
 
 

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Alexandra Huth
25.08.2014 - 20:03