Karli-Bauarbeiten

Einbußen bei Einzelhändlern

Seit Januar diesen Jahres wird die Karl-Liebknecht-Straße saniert. Grund dafür sind diverse Straßenschäden, eine neue Straßenbahnführung sowie Probleme mit den Wasserleitungen. Doch die Bauarbeiten ziehen einige Probleme nach sich.
Offenes Gleisbett - die Karl-Liebknecht-Straße als Dauerbaustelle

Die Karli ist eine Dauerbaustelle. Seit Januar ist der Durchgangsverkehr nicht mehr möglich, wodurch es besonders Geschäften an Laufkundschaft fehlt. Damit die Einzelhändler durch die Bauarbeiten nicht zu Schaden kommen, gibt es ein geplantes Werbe-Budget von 250 000 Euro. Damit werden Maßnahmen finanziert, die Umsatzausfälle der Geschäfte verhindern sollen. In Absprache mit der Interessengemeinschaft Karli plant die Stadt den Einsatz dieser Mittel.

Geteilte Meinung zu Umsatzeinbußen

Manuel Roth, Geschäftsführer des Schreibwarenhandels „Rothstift“ sprach gegenüber der LVZ jedoch von „dramatischen Einbußen“ und fordert mit anderen Gewerbetreibenden ein besseres Verkehrsleitsystem. Auch diverse Restaurants scheinen unter den Bauarbeiten zu leiden. Der Geschäftsführer der Pizzaria La Strada berichtet, dass sein Umsatz seit Januar um vierzig bis fünfzig Prozent gesunken sei. Unterstützung von der Stadt sah er bisher noch nicht.

Die meisten Gewerbe fühlen sich jedoch gut betreut. Einzelhändler Rauch kann bisher keine Umsatzeinbußen verzeichnen. Er, sowie andere Einzelhändler in seinem Umfeld sind mit den Maßnahmen der Stadt zufrieden. Zum Beispiel auch der Schuster „Fußgänger“, der auf dem Feinkost-Gelände sitzt und damit im Zentrum der momentanen Bauarbeiten ist. Geschäftsführer Hardlich gehört der IG-Karli an. Sein Umsatz blieb bisher wie gewohnt. Eher beklagt er sich über die Medienberichterstattung. Gerade in den Printmedien sei die Verkehrssituation zu stark kritisiert wurden. Tatsächlich ist es kein Problem, den Laden zu erreichen.

Kritik an Verwendung von Unterstützungsgeldern

Die Maßnahmen der Stadt schlagen also an. Schuhmacher Hardlich lobt vor allen Dingen die Arbeit des Info-Stands. Dort ist Michael Biedermann als sogenannter „Karli-Kümmmerer“ tätig. Er kommuniziert mit den Gewerben über kommende Baumaßnahmen und eventuelle Probleme. Da die 190 000 Euro jedoch sehr viel Geld für den Betrieb eines Info-Stands sind, gibt es unter Leipziger Politikern jedoch geteilte Meinungen, ob die Gelder sinnvoll verwendet werden.

SPD-Stadtrat Christoph Zenker äußert sich kritisch und fordert mehr Öffentlichkeitsarbeit, um die Karl-Liebknecht-Straße wieder als interessante Südmeile darzustellen. Norman Volger von den Leipziger Grünen hingegen gerade mit der Arbeit des Karli-Kümmerers zufrieden. Seiner Meinung ist dies eine lohnende Maßnahme. Wenn allerdings ein neues Verkehrsleitsystem geplant wird, was den Einzelhändlern, wie beispielsweise dem "Rothstift", eine Verkaufsförderung einbringt, sind die Politiker offen und bereit, sich für neue Konzepte einzusetzen. 

Umsatzeinbußen an der Karli? Ein Beitrag von Magnus Folten
 
 

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Informationen zum Umbau der Karl-Liebknecht-Straße

Verkehrsumleitungen und aktuelle Informationen für Anlieger und Anwohner gibt es hier.

Am KARLI-Info-Punkt (Ecke Karl-Liebknecht-Straße/Paul-Gruner-Straße) informiert  Michael Biedermann und stellt bei Anliegen den Kontakt zwischen Bauherren und Betroffenen her. 

Öffnungszeiten:
Montag: 9:00-11:00 Uhr
Dienstag: 13:00-15:00 Uhr
Mittwoch: 13:00-15:00 Uhr